Wegen Scheidung

"Er wollte nicht" – Frau missbrauchte ihren Ehemann

In Graz musste sich eine Frau vor Gericht verantworten, weil sie ihren Ehemann missbraucht und verletzt haben soll - am Ende gestand sie die Tat.
André Wilding
19.04.2026, 09:30
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Ein Prozess mit Seltenheitswert hat am Landesgericht Graz für Aufsehen gesorgt: Eine Steirerin stand vor Gericht, weil sie ihren eigenen Ehemann sexuell missbraucht haben soll – das berichtet die "Kronen Zeitung".

Paartherapie scheiterte

Laut Anklage war die Ehe des Paares bereits länger schwer belastet. Als der Mann schließlich die Trennung ankündigte, konnte die 46-Jährige das offenbar nicht akzeptieren. Die Situation eskalierte, nachdem eine Paartherapie scheiterte und der Mann sich innerhalb des gemeinsamen Hauses zurückzog.

Die Staatsanwältin schilderte laut "Krone" vor Gericht, dass die Angeklagte wiederholt versucht habe, "mit ihrem Mann etwas zu haben, aber er wollte nicht". Schließlich soll sie die Situation ausgenutzt haben, als er nach einem langen Arbeitstag eingeschlafen war. Sie habe sich zu ihm ins Bett gelegt und ihn missbraucht, heißt es in dem Bericht.

Situation eskalierte

Als der Mann aufwachte und sich wehrte, kam es zu einer heftigen Auseinandersetzung. Dabei wurde er im Intimbereich verletzt. Neben dem Vorwurf des sexuellen Missbrauchs wurde der Frau auch Körperverletzung angelastet. Die Staatsanwältin stellte laut "Krone" klar: "Egal ob Mann oder Frau, wenn jemand nicht sexuell verkehren will, ist das zu akzeptieren".

Bist du von Gewalt betroffen? Hier findest du Hilfe

Frauenhelpline (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 222 555

Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247

Rat auf Draht: 147

Autonome Frauenhäuser: 01/ 544 08 20

Polizei-Notruf: 133

Hier weiterlesen: Expertin gibt konkrete Tipps: Kontrolle, Eifersucht - wann der Alarm schrillen sollte  >

Die Angeklagte wies die Vorwürfe zunächst zurück. "Ich bin noch immer in Schockstarre, was mein Mann mir da antut", wird die Frau in der "Krone" zitiert. Sie habe lediglich das Gespräch gesucht:

"Doch er sagte, ich soll verschwinden und hat mich zum Türstock gedrängt. Da hab’ ich mich natürlich gewehrt." Auf die Frage der Richterin, ob ihr Mann den Übergriff erfunden habe, antwortete sie: "Ja".

Geständnis abgelegt

Nach einer Unterbrechung änderte sich die Situation jedoch grundlegend: Die 46-Jährige legte ein Geständnis ab und bezahlte auch das geforderte Schmerzensgeld.

Das Urteil fiel vergleichsweise milde aus: ein Jahr Haft bedingt, dazu 1.800 Euro Geldstrafe sowie die Verpflichtung zu einer Therapie. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

{title && {title} } wil, {title && {title} } 19.04.2026, 09:30
Jetzt E-Paper lesen