Durch Okkultismus-Betrug soll Mariana M. (44) einen zweistelligen Millionenbetrag erbeutet haben. Den sichergestellten Schatz der selbsternannte Schamanin präsentierten Ermittler im Beisein von Innenminister Gerhard Karner (VP) am Montag.
Opfer der mutmaßlichen Betrügerin werden im In- und Ausland vermutet und sollen die Ermittler des Landeskriminalamtes NÖ unter der Telefonnummer +43 59133 30 3333 kontaktieren. Opfer werden auch im benachbarten Deutschland und der Schweiz vermutet. Dazu wird per europäischem Haftbefehl nach der betrügerischen Wahrsagerin gefahndet.
Die Ermittlungen gegen die Verdächtige waren nach dem Bekanntwerden eines konkreten Falles Mitte Jänner ins Rollen gekommen. Darin hatte die sich als "Amela" bezeichnende österreichische Staatsbürgerin serbischer Herkunft eine Frau mit ihren vermeintlichen wahrsagerischen Kräften betrogen.
Die angebliche Schamanin, die sich selbst "Amela" nannte, hatte einer Frau aus Wien-Döbling eingeredet, dass sie den Tod einer nahen Angehörigen voraussehen könne. Um den angeblichen Todesfluch zu brechen, verlangte die selbsternannte Schamanin mehr als 700.000 Euro für "Reinigungsrituale". Nach Erhalt des Geldes brach die Verdächtige den Kontakt zu ihrem Opfer ab.
In der Maria-Enzersdorfer Mansion des Sohnes (29) der "Schamanin" entdeckten Ermittler neben "Wahrsager-Karten", Amuletten und Edelsteinen auch Schusswaffen, und einen Geheimtresor, versteckt hinter einem Kleiderkasten. Darin: ein "zweistelliger Millionenbetrag" und rund 25 Kilo Gold in Form von Barren und Münzen.
Der okkulte Clan lebte in Saus und Braus. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Frau seit mehreren Jahren im gesamten deutschsprachigen Raum aktiv gewesen sei, möglicherweise mit Komplizen.