Wenn der Sonne der Brennstoff ausgeht, dehnt sie sich zu einem gewaltigen Roten Riesen aus. Lange gingen Forscher davon aus, dass dieser aufgeblähte Stern unseren Planeten verschlingen wird.
Nun zeigen Berechnungen von Wissenschaftlern der KU Leuven in Belgien aber, dass es auch anders kommen könnte. Der entscheidende Faktor: der Massenverlust der Sonne.
Wie scinexx.de berichtet, wirken zwei gegensätzliche Kräfte auf die Erde ein. Einerseits ziehen Gezeitenwechselwirkungen den Planeten näher zur Sonne. Andererseits verliert die Sonne in ihrer Riesenphase einen Großteil ihrer Masse ins All – ihre Anziehungskraft nimmt dadurch ab.
"Das Schicksal der Erde hängt von einem empfindlichen Gleichgewicht zwischen diesen beiden Effekten ab", erklärt Studienautor Mats Esseldeurs. Wenn der Massenverlust überwiegt, kann die Erde auf eine größere Umlaufbahn entweichen.
Um ihre Berechnungen zu überprüfen, analysierten die Forscher Daten des sonnenähnlichen Sterns L2 Puppis. Das Ergebnis: Merkur und Venus werden mit hoher Wahrscheinlichkeit von der aufgeblähten Sonne verschluckt – ihre Umlaufbahnen sind einfach zu eng.
Die Erde befindet sich in einem Grenzbereich, in dem beide Kräfte nahezu gleich stark wirken. Ob unser Planet tatsächlich entkommt, lässt sich noch nicht zweifelsfrei sagen. Der Mars hingegen hat gute Chancen, zu überleben, da die Gezeitenkräfte in seiner Entfernung deutlich geringer sind.
Ein echter Trost ist das allerdings nicht: Schon eine Milliarde Jahre bevor die Sonne zum Roten Riesen wird, ist die Erde nur noch ein lebloser Gesteinskörper – ohne Wasser und ohne Leben.