Erhöhte Radioaktivität in Nordeuropa

Auf Twitter gab Lassina Zerbo, Generalsekretär der Organisation des Vertrages über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen (CTBTO), bekannt, dass in den letzten Tagen in Nordeuropa erhöhte Radioaktivität festgestellt wurde. Dazu veröffentlichte er eine Landkarte, auf der das mutmaßliche Herkunftsgebiet markiert ist.
Auf Twitter gab Lassina Zerbo, Generalsekretär der Organisation des Vertrages über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen (CTBTO), bekannt, dass in den letzten Tagen in Nordeuropa erhöhte Radioaktivität festgestellt wurde. Dazu veröffentlichte er eine Landkarte, auf der das mutmaßliche Herkunftsgebiet markiert ist.Twitter/Lassina Zerbo
Gleich mehrere europäische Länder haben im Juni erhöhte Radioaktivitätswerte gemessen. Sich als Verursacher bekannt, hat sich jedoch noch niemand.

Messstationen in Schweden, Finnland und Norwegen haben in den vergangenen Tagen eine leicht erhöhte Radioaktivität festgestellt. "Es wurden sehr niedrige Werte der radioaktiven Substanzen Cäsium-134, Cäsium-137, Cobalt-60 und Ruthenium-103 gemessen", teilte Lassina Zerbo, Generalsekretär der Organisation des Vertrages über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen (CTBTO), auf Twitter mit.

Zerbo bezeichnete die Werte auf Twitter als ungefährlich für den Menschen. Allerdings seien sie auch hoch genug, um von den Überwachungsstationen erfasst zu werden.

"Höchstwahrscheinlich aus einer zivilen Quelle"

Dazu veröffentlichte Zerbo eine Landkarte, auf der das mutmaßliche Herkunftsgebiet der erhöhten Radioaktivität markiert ist. Es befindet sich demnach größtenteils in Russland, aber auch in Teilen Finnlands, Schwedens, Dänemarks und Norwegens.

"Diese Isotope stammen höchstwahrscheinlich aus einer zivilen Quelle", twitterte Zerbo in einem weiteren Post. Er deutet damit auf eine Quelle hin, die mit der Produktion von Atomstrom und nicht mit Atomwaffen zu tun hat, wie ScienceAlert.com einordnet. Über den genauen Ursprung wird derzeit noch gerätselt.

Wo die Radioaktivität ihren Ursprung hat, verrät Zerbo nicht: Zwar sei seine Behörde in der Lage, die wahrscheinliche Region der Quelle anzugeben, "aber es liegt ausserhalb des Mandats der CTBTO, den genauen Ursprung zu identifizieren."

Russland widerspricht

Das niederländische Institut für Volksgesundheit und Umwelt (RIVM) teilte mit, dass aufgrund der "Kombination von Radionukliden auf Schäden an einem Brennelement in einem Atomkraftwerk" geschlossen werden könne. Weiter hieß es, dass "die Radionuklide aus der Richtung Westrussland" kommen. Eine genauere Bestimmung sei jedoch nicht möglich.

Der russische Atomkonzern Rosenergoatom erklärte währenddessen, in seinen Atomkraftwerken Leningrad und Kola seien keine Fehler festgestellt worden. Die Emissionen hätten "im fraglichen Zeitraum nicht die Kontrollwerte überschritten", sagte ein Sprecher laut der russischen Nachrichtenagentur TASS.

Außer Russland betreiben in der Region auch Finnland und Schweden Atomkraftwerke. Auch dort wurde kein Zwischenfall gemeldet.

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