Eriksen bleibt im Spital: Das vermuten die Ärzte

Christian Eriksen
Christian Eriksenimago images/Ritzau Scanpix
Dänen-Star Christian Eriksen darf das Spital noch nicht verlassen. Nach dem Herzstillstand gibt es weitere Untersuchungen. Was vermuten die Ärzte?

Laut "Gazzetta dello Sport" gibt es zum Herzstillstand des 29-Jährigen im EM-Auftaktmatch gegen Finnland (0:1) vier Hypothesen, denen die Ärzte im "Rigshospitalet" nun nachgehen. Die vier möglichen Ursachen kommen für die Mediziner in Frage:

Myokarditis

Kardiologe Bruno Caru erklärt: "Die Myokarditis ist nichts Anderes als eine Entzündung des Herzmuskels." Das kann einen viralen oder einen bakteriellen Ursprung haben und bis zum Herzstillstand führen. Die Virus-Variante wäre für Eriksen die beste Diagnose, weil das Virus rückstandslos verschwindet und man wieder völlig gesund wird. Bei einer bakteriellen Entzündung kann es zu Veränderungen der Herz-Struktur kommen. Dennoch könnte Eriksen seine Karriere in beiden Fällen wohl fortsetzen.

Angeborene Herzmuskel-Erkrankung

Sollte Eriksen an einer vererbten Herzmuskel-Erkrankung leiden, müsste man auch seine Familienmitglieder untersuchen. Dr. Caru dazu in der "Gazzetta": "Dann muss man auch wissen, von welcher Erbkrankheit man spricht. Das Bugada-Syndrom wäre möglich. In den meisten Fällen endet das erste Symptom schon tödlich. Es ist aber schwer zu entdecken. Manchmal genügt ein EKG, manchmal aber nicht. Mir passierte schon, dass ich Patienten hatte, bei denen die Krankheit am Morgen nachweisbar war, am Nachmittag dann nicht mehr. Die Behandlung? Man muss einen automatischen Defibrillator ins Herz implantieren. Einen Kontaktsport darf man dann nicht mehr ausüben, der Defibrillator darf keinem Risiko ausgesetzt werden."

Erkrankung des Sinus-Knotens

Der Sinus-Knoten ist quasi der Impulsgeber des Herzens. Liegt hier eine Erkrankung vor, kann der Herzschlag nicht mehr richtig vom Körper reguliert werden. Bei dieser Diagnose wäre eine Operation notwendig, Eriksen müsste in Zukunft mit Herzschrittmacher leben. Die Fortsetzung der Profi-Karriere wäre damit wohl schwierig.

Blutgerinnsel

Das war eine der ersten Hypothesen, die jetzt aber schon eher unwahrscheinlich ist. Denn ein Blutgerinnsel ist verhältnismäßig leicht mit einem Bluttest zu finden. Dr. Caru meint dazu: "Ich glaube, dass das, was Eriksen passiert war, nicht auf ein Blutgerinnsel zurückgeführt werden kann. Fast unmöglich. Außerdem führt ein Blutgerinnsel gewöhnlich nie sofort zum Herzstillstand."

Sieht so aus, als ob Eriksen noch Geduld braucht. Laut Caru dauern solche Untersuchungen acht bis zehn Tage. Der Mittelfeld-Spieler wollte schon morgen im zweiten EM-Gruppenspiel gegen Belgien im Stadion mitfiebern. Das wird vermutlich nicht passieren, aber die Hauptsache ist, dass er das Krankenhaus gesund verlassen kann.

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