"Bis zum Fluss Litani"

Eroberungspläne? Israel will Südlibanon "kontrollieren"

Israels Verteidigungsminister will den Süden des Libanons bis zum Fluss Litani kontrollieren. Hunderttausende Vertriebene dürfen nicht zurück.
Newsdesk Heute
24.03.2026, 13:04
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Die Lage im Nahen Osten spitzt sich weiter zu: Israel will im Kampf gegen die Hisbollah-Miliz künftig die Kontrolle über den Südlibanon bis zum Fluss Litani übernehmen. Das kündigte Verteidigungsminister Israel Katz bei einem Besuch eines Militärstützpunkts an.

Zuvor hatte das israelische Militär bereits fünf Brücken über den Litani gesprengt. Nun sollen auch die übrigen Übergänge sowie die gesamte Sicherheitszone bis zum Fluss unter israelische Kontrolle gebracht werden. Ziel sei es, Angriffe der proiranischen Hisbollah auf den Norden Israels dauerhaft zu unterbinden.

Für die Bevölkerung hat das drastische Folgen: Hunderttausende Vertriebene aus dem Südlibanon dürfen vorerst nicht in ihre Heimat zurückkehren.

Hier wurden von der israelischen Armee Brücken über den Litani gesprengt.
IMAGO/Anadolu Agency

Eine Rückkehr sei erst möglich, wenn die Sicherheit für die Bewohner im Norden Israels garantiert sei, so Katz.

Die große Furcht: Kriegspremier Benjamin Netanjahu könnte die Region wie die syrischen Golanhöhen dauerhaft besetzen. Israel war bereits im März 1978 mit 25.000 Soldaten hier einmarschiert und hatte das Gebiet südlich des Litani besetzt. Rund 300.000 Menschen wurden damals vertrieben.

Israel und seine Nachbarn. Der Fluss Litani im Libanon ist blau hervorgehoben.
OpenStreetMap; Wikimedia

Der auf seinem letzten Teilstück beinahe genau Ost-West-verlaufende Litani gilt seit Jahren als strategische Grenze im Konflikt mit der Hisbollah.

Die libanesische Regierung hatte ihre Armee beauftragt, die Miliz südlich des Flusses zu entwaffnen und deren Infrastruktur zu zerstören. Aus Sicht Israels blieb dieser Schritt jedoch weitgehend aus.

Seit dem Beginn des Iran-Krieges Ende Februar hat sich die Lage zusätzlich verschärft. Die Kämpfe zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah sind erneut eskaliert – ein Ende ist derzeit nicht in Sicht.

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