Herbert Kickl schimpft die ÖVP als "Umfaller"-Partei

Herbert Kickl tritt derzeit als Scharfmacher gegen die ÖVP aus - anders als der Rest der FPÖ.
Herbert Kickl tritt derzeit als Scharfmacher gegen die ÖVP aus - anders als der Rest der FPÖ.Bild: picturedesk.com
Die FPÖ umgarnt die ÖVP schon jetzt für eine Koalition nach der Nationalsratswahl. Nach den Schmeicheleien attackiert nun aber Kickl die VP.
Ob das dem geünschten Koalitionspartner gefallen wird? Kaum etwas ließ die FPÖ in den vergangenen Wochen unversucht, um der ÖVP eine erneute türkis-blaue Koalition schmackhaft zu machen: Von einer Fortsetzung der Regierungsarbeit sprechen immer mehr Freiheitliche, FPÖ-Herzensangelegenheiten wie die GIS-Abschaffung sollen plötzlich nicht mehr in Stein gemeißelt sein, auf den FPÖ-Wahlplakaten wird für die ÖVP als Koalitzionspartner geworben – und der freiheitliche Parteichef Norbert Hofer begibt sich sogar für einen Wahlwerbespot in "Paartherapie".

FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl scheint der Strategie nun entweder in die Parade zu fahren oder im Gegensatz zum Schmeichel-Kurs Hofers den Hardcore-Kurs zu fahren: Bei einer Pressekonferenz in Klagenfurt stellte Kickl die ÖVP als Umfaller-Partei hin, höhnte: "Die ÖVP muss man bei der Hand nehmen, damit sie nicht umfällt." Als Beispiel nannte Kickl, dass die ÖVP nur aufgrund der FPÖ beim Migrationspaket auf eine Ablehnung umgeschwenkt sei. "Das Ziel muss sein, die ÖVP wachzurütteln und zu erinnern, was 2017 ausgemacht worden ist", so Kickl

"Inhalte und Personen nicht wählbar"

Attacken setzte es auch gegen jene, "die Bevölkerung einlullen wollen", "angefangen von den NGOs über die Intellektuellen bis hin zur EU". Hier wolle Kickl auch weitermachen, die Koalition weiterführen. FPÖ-Landesparteiobmann Gernot Darmann erklärte, es sei ihm "ein besonderes Anliegen, in Österreich wieder einen Innenminister wie Herbert Kickl zu haben".

Ob Kickl aber überhaupt als Innenminister infrage kommt oder überhaupt Teil einer möglichen Neuauflage der türkis-blauen Koalition wäre, ist derzeit in weite Ferne gerückt. Es sei "völlig wurscht, auf welchem Sessel Kickl sitzt, das geht sich dann einfach nicht aus", erklärte Wiens ÖVP-Chef Gernot Blümel. Und ÖVP-Chef Sebastian Kurz fügte an: "Nein, in meiner Regierung hätte er keinen Platz." Später wiederholte Kurz: "Sollte ich Bundeskanzler werden, wird Kickl nicht Innenminister." Jüngst kommen auch aus der ÖVP immer mehr Stimmen, die die FPÖ als Koalitionspartner generell ablehnen. Tirols ÖVP-Bildungslandesrätin Beate Palfrader beziechnete etwa in der "Tiroler Tageszeitung" eine Neuauflage mit der FPÖ als "nicht wünschenswert, weil die Inhalte und Personen nicht wählbar sind". (rfi)

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