Atommüll durch Deutschland

Erster Castor rollt: 2.400 Polizisten im Einsatz

Der erste von 152 Castor-Transporten durch NRW ist erfolgreich angekommen. Trotz Protesten verlief alles planmäßig und ohne Zwischenfälle.
Newsdesk Heute
25.03.2026, 07:32
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In der Nacht auf Mittwoch wurde der erste Castor-Behälter mit radioaktivem Müll vom Forschungsreaktor Jülich ins Zwischenlager Ahaus im Münsterland gebracht. Der Konvoi aus rund 100 Fahrzeugen erreichte nach vier Stunden Fahrt gegen 2 Uhr sein Ziel.

Für den Einsatz auf der etwa 170 Kilometer langen Strecke waren rund 2400 Polizeibeamte abgestellt. Auch ein Hubschrauber begleitete den Transport. Die genaue Route hatten die Behörden aus Sicherheitsgründen zuvor nicht bekanntgegeben.

Wie n-tv.de unter Berufung auf dpa berichtet, dankte Münsters Polizeipräsidentin Alexandra Dorndorf den Einsatzkräften und den friedlichen Demonstranten. Es sei ein gutes Zeichen, "dass der erste Transport sicher sein Ziel erreicht hat". Die Transporte stellten für die Polizei einen "Marathon" dar.

Proteste blieben friedlich

Mehrere Anti-Atomkraft-Gruppen protestierten gegen den Transport. In Jülich fand eine Mahnwache mit etwa 20 Teilnehmern statt. "Es wären sicherlich mehr Leute gekommen, aber viele kommen wegen der Polizeisperren nicht durch", sagte Marita Boslar vom Aktionsbündnis "Stop Westcastor".

In Ahaus versammelten sich rund 250 Menschen zu einer Demo. Auch in Duisburg gab es Protestaktionen. Der Transport wurde dadurch aber nicht verzögert.

Noch 151 Transporte geplant

Insgesamt sollen 152 Castor-Behälter mit rund 300.000 Brennelemente-Kugeln von Jülich nach Ahaus gebracht werden. Die Genehmigung für das Lager in Jülich lief bereits 2013 aus. 2014 wurde die Räumung angeordnet, weil die Erdbebensicherheit nicht nachgewiesen werden konnte.

Kritik kam auch von der Polizeigewerkschaft. GdP-Landeschef Patrick Schlüter bezeichnete die Transporte bereits im August 2025 als "sinnlose Mammutaufgabe". Die Politik drücke sich um die Endlagerfrage und lasse Atommüll von einem Zwischenlager ins nächste fahren. In Deutschland gibt es derzeit noch kein Endlager für radioaktiven Abfall.

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