Nach dem gescheiterten Plan, Anteile an den kommerziellen Rechten der Weltmeisterschaften an private Investoren zu verkaufen, gerät der Schweizer immer stärker unter Druck. Tebas sieht das Problem allerdings weit über den inzwischen zurückgezogenen Vorschlag hinaus.
"Der Weltfußball braucht eine neue Führung, die die Verbandsstrukturen modernisiert, die institutionelle Glaubwürdigkeit wiederherstellt und künftige Entscheidungen gemeinsam mit den betroffenen Akteuren entwickelt", schrieb der Chef der spanischen Liga in den sozialen Medien und forderte Infantinos Rücktritt.
Besonders scharf fiel seine Kritik am Führungsstil des 56-Jährigen aus. "Das Problem war nie nur dieser eine Vorschlag. Das Problem ist ein Modell der Verbandsführung, das Macht konzentriert, Kontrollmechanismen schwächt und diejenigen an den Rand drängt, die von den Entscheidungen unmittelbar betroffen sind", so Tebas. "Der Rückzug eines Vorschlags macht das Geschehene nicht ungeschehen. Er ist lediglich die Spitze des Eisbergs."
Trotz der wachsenden Kritik steht Infantino nicht völlig allein da. Vor allem aus Afrika erhält der FIFA-Präsident weiterhin Rückendeckung. So bekräftigte der ägyptische Fußballverband sein "volles Vertrauen" in den Schweizer. Auch Marokko, Mitgastgeber der WM 2030 gemeinsam mit Spanien und Portugal, sprach Infantino erneut seine Unterstützung aus.
Im März 2027 will sich Infantino beim FIFA-Kongress in Rabat nach elf Jahren an der Spitze des Weltverbandes ein letztes Mal für eine vierjährige Amtszeit wählen lassen.