Nicht nur Argentinien hat das WM-Finale gegen Spanien verloren. Auch Leandro Paredes zählt zu den großen Verlierern des Abends. Der Mittelfeldspieler überschattete die Niederlage mit seinem Ausraster nach dem Schlusspfiff.
Zunächst packte der 32-Jährige Spaniens Eric Garcia am Hals, danach wollte er auf Gavi losgehen. Nur seine Teamkollegen verhinderten Schlimmeres. Schon während der Partie war Paredes mit seiner aggressiven Spielweise aufgefallen. ORF-Experte Andreas Herzog fand dafür deutliche Worte: "So ein Idiot."
Entsprechend heftig fielen die Reaktionen aus. In den sozialen Medien und internationalen Medien wird Paredes scharf kritisiert, viele bezeichnen ihn als schlechten Verlierer. Auf seinem Instagram-Profil schaltete der Argentinier nach dem Finale sogar die Kommentarfunktion ab.
Der Vorfall passt zu seinem Ruf. Paredes sucht seit Jahren die Konfrontation, provoziert Gegner und bewegt sich regelmäßig am Rande eines Platzverweises. Schon im WM-Viertelfinale gegen die Schweiz sorgte er für Diskussionen, als er Breel Embolo zu zwei Gelben Karten provozierte. Bereits bei der WM 2022 hatte er gegen die Niederlande eine Massenrudelbildung ausgelöst, nachdem er den Ball in Richtung der Ersatzbank gedroschen hatte.
Dabei ist Paredes sportlich unumstritten. Wegen seiner präzisen vertikalen Pässe trägt er den Spitznamen "El Mago" – der Zauberer. Umso bemerkenswerter ist seine Disziplinarstatistik: In 455 Pflichtspielen auf Klubebene sah er 125 Gelbe Karten, wurde aber nur sechsmal vom Platz gestellt. Der Ausschluss im WM-Finale war sogar der erste seiner Länderspielkarriere.
Sogar Lionel Messi geriet mit seinem langjährigen Mitspieler schon aneinander. Nach einer unbedachten Bemerkung von Paredes herrschte zwischen den beiden einst monatelang Funkstille, ehe sie sich wieder versöhnten und gemeinsam die Copa América sowie die WM 2022 gewannen. Von der WM 2026 wird von Leandro Paredes aber wohl nicht sein fußballerisches Können in Erinnerung bleiben – sondern vor allem sein Ausraster nach dem verlorenen Finale.