Fall in Europa bestätigt

Weltweit erster Mensch an Shamonda-Virus gestorben

Erstmals wurde in Frankreich ein Mensch mit dem Shamonda-Virus infiziert. Behörden sehen derzeit kein Risiko für die Allgemeinbevölkerung.
22.10.2026, 13:46
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Frankreich meldet den weltweit ersten bekannten Fall einer Infektion mit dem Shamonda-Virus bei einem Menschen. Der Patient starb Anfang Oktober. Laut den Behörden besteht derzeit keine Gefahr für die Bevölkerung.

Das Virus wird durch Gnitzen (Bartmücken) übertragen und kommt vor allem bei Rindern vor. Auch bei Pferden, Alpakas, Schafen und Ziegen wurde es nachgewiesen, teilte die Weltorganisation für Tiergesundheit mit.

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Bisher nur Tiere betroffen

Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) beobachte die Lage genau. "Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten beobachtet die Lage genau, nachdem die französischen Behörden die erste jemals gemeldete Infektion eines Menschen mit dem Shamonda-Virus bekannt gegeben haben. Die Krankheit betraf bisher nur Tiere", erklärte die in Stockholm ansässige Behörde.

"Das ECDC steht mit den französischen Behörden und europäischen Partnern in Kontakt, um mögliche Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit zu untersuchen."

Keine Gefahr

Nach Angaben Frankreichs gilt als wahrscheinlichste Erklärung, dass sich der Patient im Osten des Landes angesteckt hat. Dort war das Virus im Frühjahr und Sommer bei Tieren aufgetreten. "Auf Grundlage der derzeit verfügbaren Erkenntnisse zu diesem Virus wurde bisher keine Gesundheitsgefahr für die Bevölkerung festgestellt", hieß es.

Der Patient starb laut ECDC Anfang Oktober. Er war wegen einer schweren Erkrankung in Behandlung, die ihn anfälliger für eine Infektion machte als die Allgemeinbevölkerung. "Die Untersuchungen dazu, ob das Virus den Tod des Patienten verursacht oder dazu beigetragen hat und wie es zu der Infektion kam, laufen noch", teilte das ECDC mit.

Derzeit sind keine Impfstoffe gegen das Shamonda-Virus im Handel erhältlich, erklärte die Weltorganisation für Tiergesundheit.

Bereits in Österreich nachgewiesen

Das Virus wurde Mitte der 1960er-Jahre in Nigeria entdeckt. Ende Juli wurde es erstmals in Europa bestätigt: Genetische Untersuchungen wiesen es bei erkrankten Rindern in Süddeutschland, der Schweiz und im Osten Frankreichs nach.

Laut einem französischen Wochenbericht zur Überwachung der Tiergesundheit wurde das Virus auch in Österreich, Belgien, Irland, Italien, Liechtenstein, Luxemburg, den Niederlanden, Portugal, Slowenien, Spanien und auf Jersey nachgewiesen.

Eine Untersuchung auf neun französischen Milchviehbetrieben zeigte: In betroffenen Herden sank die Milchleistung um bis zu 75 Prozent.

red, 22.10.2026, 13:46