Österreich rettet sich in der absoluten Nervenschlacht von Kansas City in letzter Sekunde ins Sechzehntelfinale. In der 93. Minute trifft Algeriens Altstar Riyad Mahrez das ÖFB-Team mit dem 3:2 mitten ins Herz. In diesen Momenten scheint der WM-Traum plötzlich geplatzt zu sein.
Dann kommt der Super-"Joker": Sasa Kalajdzic. Mit dem Schlusspfiff trifft der LASK-Doublesieger per Kopf zum erlösenden 3:3. In der 96. Minute brechen beim ÖFB-Team, bei tausenden Schlachtenbummlern im Stadion und Millionen Fans daheim in Österreich alle Dämme. Österreich steht doch noch im Sechzehntelfinale, trifft dort am Donnerstag auf einen Giganten.
Zur Primetime (21 Uhr) heißt der Gegner: Europameister Spanien.
Nach dem 3:3-Wahnsinn von Kansas City haben die ÖFB-Stars Blut geleckt. Michael Gregoritsch legt Kalajdzic den Ausgleich per Kopf vor, jubelt dann im ORF-Interview im Hinblick auf den Spanien-Knaller: "Wir haben es gesehen: Es gibt Wunder!"
Gregoritsch' Wunder-Ankündigung darf als Kampfansage gewertet werden. So weiß auch Marko Arnautovic, Torschütze zum zwischenzeitlichen 1:0: "Im Fußball ist alles möglich."
Allen Spielern ist nach dem Gruppenfinale aber anzumerken, dass die vergangenen 96 Minuten noch nicht verarbeitet sind. "Wir waren tot", schildert Teamchef Ralf Rangnick die Momente nach dem bitteren Gegentreffer in der Nachspielzeit. Auch Marcel Sabitzer, der zum 2:1 traf, kann es kaum glauben: "Du denkst dir, es ist verloren. Was soll denn da noch kommen?"
WM-Held Gregoritsch und sein kongenialer Partner Kalajdzic sollen da noch kommen. Zur Erinnerung: Das Tor von "Gregerl" im WM-Qualifinale von Wien gegen Bosnien und Herzegowina war der Grund, dass es Österreich als Gruppensieger zur Endrunde schaffte. Jetzt verhindert er die vorzeitige Heimreise.