Ein türkisfarbener Teppich quer über den Wiener Rathausplatz, Blitzlichtgewitter und schräge Outfits: Der ESC hat Wien endgültig übernommen. Zwischen Burgtheater und Rathaus marschierten die Künstler aus 35 Ländern ein – manche geschniegelt, andere lieber hüpfend oder posierend. Für viele Fans war das schon das erste große Highlight der ESC-Woche.
Am Rathausplatz wurde das Eurovision Village zur Dauerparty-Zone umgebaut. Public Viewing, Bühnen und Fanstände locken Tausende Schaulustige an. Nachdem JJ im Vorjahr gewonnen hat, findet das Mega-Spektakel heuer in seiner Heimatstadt statt.
Schon bei der Eröffnung drängten sich die Fans an die Absperrungen. Der Jubel war riesig, als JJ den Auftakt machte. Danach zogen die Delegationen von Albanien bis Großbritannien vorbei – Österreichs Hoffnung Cosmó durfte natürlich als Letzter über den Teppich schweben.
Und der ESC wäre nicht der ESC ohne schräge Auftritte: Der britische Act "Look Mom No Computer" kam mit riesigen Filzköpfen daher, Sarah Engels kämpfte mit einem XXL-Tüllkleid, während die serbische Gruppe Lavina im Dracula-Look auftrat. Norwegens Jonas Lovv sprang oben ohne über den Teppich, Zyperns Sängerin Antigoni zeigte viel Bein.
Die Show rundherum steht allerdings unter einem Fragezeichen und irritierten etwas. Das ORF Radio-Symphonieorchester spielte ruhige Klassiker wie "Merci, Chérie", während am Teppich eigentlich Party-Stimmung herrschte. Dazu zeigten die großen Bildschirme meist nur das "Welcome to Vienna"-Logo statt der Stars.
Auch die Moderation hätte gelungener sein können. Beispielsweise mussten die Künstler Fragen zum "Österreicher an sich" beantworten oder "Apfelstrudel" sagen. Sogar Boy George blieb das nicht erspart.
Zumindest blieb ein großer Skandal aus. Beim Auftritt von Israels Sänger Noam Bettan gab es zwar vereinzelte Buhrufe, die gingen aber im Jubel unter. Noch scheint die Sonne über dem ESC in Wien – ob das bis zum Finale so bleibt, wird sich zeigen.