Wirtschaft

Essenszustellung Jetzt kommt neuer Lieferdienst in Wien

Da scheint Luft nach oben zu sein: Als dritter großer Essenslieferant geht in Wien das finnische Unternehmen Wolt an den Start – mit Wunsch nach mehr.

Wolfgang Bartosch
Wolt: Dritter großer Player schwingt sich in Wien aufs Radl.
Wolt: Dritter großer Player schwingt sich in Wien aufs Radl.
Wolt

Eine Prognose der deutschen Statistik-Plattform Statista behauptet: Allein 2023 sollen Essenszustellungen in Österreich rund 1,65 Milliarden Umsatz in die Kassen aller Beteiligten spülen. 2027 könnten es bereits 2,69 Milliarden sein. Wohl auch deshalb wagt nun zusätzlich zu Foodora und Lieferando ein dritter großer Player den Sprung in die Alpenrepublik.

Der 2014 in Finnland gegründete, mittlerweile in 25 Ländern aktive Newcomer Wolt stellt zunächst nur in Wien zu, und zwar in den innerstädtischen Bezirken eins bis neun sowie in Teilen von Favoriten. "Dies ist wichtig, um Prozesse anzupassen und unsere Kunden sowie Fahrer zufriedenzustellen“, sagt Österreich-Chef Clemens Brugger.

Wolt verspricht Lieferung in 30 Minuten

Dieses Prinzip hat laut Brugger bereits in der Vergangenheit Erfolg gebracht, das Unternehmen hat demnach noch nie einen Markt verlassen. Auch beim Angebot hält sich Wolt vorerst zurück. Zum Start gibt’s ausschließlich Speisen. Später sollen dann unter anderem Blumen, Backwaren und Kosmetika von lokalen Händlern folgen. Damit will man, so sagt Brugger, den Unternehmern helfen, gegen Internetriesen wie Amazon zu bestehen. Womit Wolt allerdings von Anfang an punkten möchte: mit richtig flottem Tempo. Bestellungen sollen innerhalb von 30 Minuten eintreffen. Mit Garantie.

Zusätzlich will Wolt mit mehr Sicherheit und Service ums Kundenwohlwollen buhlen. Weil in der Vergangenheit in der Branche immer wieder Telefonnummern von Kunden bei Betrüger-Firmen landeten, sollen diese technisch verschleiert werden. Anrufe zu Rückfragen sind so zwar möglich, allerdings sieht niemand die tatsächliche Rufnummer. Zudem setzt der Zusteller im Kundenservice auf Menschen statt Maschinen. Im Live-Support sitzen deshalb Personen aus Wien, die auch die Landessprache sprechen – und keine Chatbots, versichert Wolt.

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    Klingt übertrieben, aber stelle dir deinen Wecker für mindestens 20 Minuten und versuche deine Mahlzeit innerhalb dieser Zeit zu essen.
    Klingt übertrieben, aber stelle dir deinen Wecker für mindestens 20 Minuten und versuche deine Mahlzeit innerhalb dieser Zeit zu essen.
    Getty Images/iStockphoto

    Konkurrenz für Foodora und Lieferando

    Wolt wagt sich damit in einen Markt vor, der derzeit noch von den zwei Platzhirschen Foodora und Lieferando dominiert wird. Die Marke Mjam, wie Foodora Teil der deutschen Delivery-Hero-Gruppe, wurde hingegen aus Kostengründen eingedampft.

    Foodora ist österreichweit aktiv und stellt abhängig von der Örtlichkeit eine mehr oder weniger große Palette an Produkten zu. Das reicht von Speisen über klassische Lebensmittel, Blumen, Gebäck und Handy-Zubehör bis hin zu rezeptfreien Medikamenten.

    Lieferando, Tochter des niederländischen Konzerns Just Hat Takeaway, ist ebenfalls quer durchs Land aktiv, konzentriert sich aber dabei auf Essenslieferungen.

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