EU-Mandatar gegen Milliarden-Investments in Atomkraft

Der niederösterreichische EU-Abgeordnete Günther Sidl protestiert vor der EU-Kommission gegen die Öko-Förderung von Atomenergie.
Der niederösterreichische EU-Abgeordnete Günther Sidl protestiert vor der EU-Kommission gegen die Öko-Förderung von Atomenergie.SPÖ
Der EU-Abgeordnete Günther Sidl (SPÖ) will die Investments in Kernenergie verhindern. Die EU-Kommission soll noch vor Weihnachten entscheiden.

Noch vor Weihnachten wird die EU-Kommission entscheiden, welche Energiequellen als ökologisch und nachhaltig bewertet werden. Damit können Gelder für den Klimaschutz in den Ausbau dieser Formen der Energiegewinnung fließen. Wie aus EU-Kreisen zu erfahren ist, könnten zukünftig Investitionen in Atomkraft auch als nachhaltige Aktivität klassifiziert werden. Frankreich setzt sich sehr stark dafür ein. Neben Photovoltaik, der Windenergie und Wasserkraft würde dann auch die Atomenergie Öko-Gelder erhalten.

"Von einem Atomunfall wäre gesamte EU betroffen"

Der SPÖ-EU-Abgeordnete Günther Sidl aus Petzenkirchen (Melk) kämpft bereits im Vorfeld dagegen an: „Das wäre das völlig falsche Signal. Dadurch würden wir neue Milliarden-Investments in die Kernenergie in Europa ermöglichen. Dabei ist die Nutzung von Atomstrom eine Technologie von vorgestern. Sie ist nicht sicher, nicht wirtschaftlich und nicht nachhaltig. Es ist auch keine nationale Entscheidung. Von einem Unfall wäre die gesamte EU betroffen. Österreich – umgeben von mehreren Hochrisiko-Meilern – kann davon ein Lied singen. Die Zukunft der Energiegewinnung liegt ganz klar bei erneuerbaren Energieträgern. Statt neue Atomkraftwerke zu bauen, müssen wir stattdessen dafür sorgen, die bestehenden endlich abzuschalten!“

Entscheidung soll vor Weihnachten fallen

Die Entscheidung der EU-Kommission wird noch vor Weihnachten, aller Voraussicht nach am 22. Dezember erwartet. Dann können die zuständigen Ausschüsse des EU-Parlaments Einspruch einlegen und eine Abstimmung im Plenum erzwingen. Günther Sidl ist Mitglied im Umweltausschuss des EU-Parlaments, dort zeichnet sich bereits eine breite Front gegen die Vorlage der EU-Kommission ab. „Wir müssen diese absurde Entscheidung zurückweisen. Unsere Bemühungen müssen voll und ganz auf die Umsetzung einer echten grünen Energieunion abzielen. Das bedeutet, Energiesparen, mehr Energieeffizienz und Investitionen in erneuerbare Energien statt neue Atomkraftwerke.“

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