Über Geld spricht man nicht - zumindest war das lange die Devise unter Kollegen. Doch eine neue EU-Richtlinie könnte das bald ändern. Bis Juni muss Österreich die EU-Entgelttransparenzrichtlinie in nationales Recht umsetzen.
Dabei zeigt sich: Die jüngere Generation ist längst offener. Laut Stepstone-Studien aus 2025 reden 74 Prozent der unter 30-Jährigen offen über ihren Lohn. Bei den über 30-Jährigen sind es nur 48 Prozent.
Wie t3n.de berichtet, könnte sich das in den kommenden Monaten grundlegend ändern. Die EU will den Lohnabstand zwischen Männern und Frauen verringern. Arbeitnehmer bekommen künftig Auskunft über die durchschnittliche Entgelthöhe - aufgeschlüsselt nach Geschlecht.
Während die Gewerkschaft auf eine rasche Umsetzung drängt, gibt es Kritik aus der Wirtschaft. Die Industriellenvereinigung warnt vor überbordender Bürokratie. Zwar sei gleicher Lohn für gleiche Arbeit eine Selbstverständlichkeit, doch dürfe das Kollektivvertragssystem nicht zerstört werden.
Unternehmen müssen künftig handeln, wenn in Einkommensberichten ein Lohngefälle von mehr als fünf Prozent festgestellt wird, das nicht sachlich begründet werden kann. Bei Verstößen drohen Strafen bis zu 50.000 Euro.