Angesichts der explodierenden Energiepreise infolge des Irankriegs ruft die EU-Kommission die Bürger zu konkreten Sparmaßnahmen auf. Mehr Homeoffice, häufigere Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel und der Verzicht auf Flugreisen stehen im Mittelpunkt der Empfehlungen.
Die Kommission verweist dabei auf den Zehn-Punkte-Plan der Internationalen Energieagentur (IEA). Dieser sieht unter anderem eine Senkung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen um 10 km/h vor. Auch Carsharing und eine effizientere Fahrweise sollen gefördert werden.
Wie heise.de berichtet, erklärte EU-Energiekommissar Jørgensen: "Wir schlagen den Mitgliedstaaten vor, sich den Zehn-Punkte-Plan der IEA anzuschauen und sich davon inspirieren zu lassen." Einen unmittelbaren Öl- oder Gasmangel müssten die Länder aktuell nicht befürchten.
Die EU-Kommission arbeitet daran, die Versorgung zu sichern und die Speicher zu füllen. Allerdings seien höhere Strompreise und Verknappungen auf den Märkten zu erwarten - besonders bei Diesel und Flugzeugtreibstoff. Die Auswirkungen des Krieges auf den Energiemarkt seien vermutlich noch lange zu spüren, ein Ende sei aktuell nicht absehbar.
Hintergrund ist der Angriff Israels und der USA auf den Iran. Die iranischen Streitkräfte haben daraufhin die strategisch wichtige Straße von Hormus blockiert. Über diese Meerenge wird normalerweise etwa ein Fünftel des weltweiten Ölverbrauchs transportiert.
Um die "grundlegende Anfälligkeit gegenüber externen Energieschocks" der EU zu überwinden, müsse die Abhängigkeit von fossilen Energien beendet werden. Stattdessen solle in "saubere Energie aus eigener Produktion" investiert werden, so der Kommissar.