Mehrere europäische Staaten planen offenbar eine breite Nachkriegskoalition, um die freie Schifffahrt in der Straße von Hormus zu gewährleisten. Dafür sollen unter anderem Minenräumboote und andere Kriegsschiffe in die Region entsandt werden.
Der französische Präsident Emmanuel Macron erklärte demnach, dass die kriegführenden Parteien – also die USA, Israel und der Iran – nicht an der internationalen Verteidigungsmission beteiligt sein werden. Laut europäischen Diplomaten würden die europäischen Schiffe nicht unter amerikanischem Kommando stehen.
Wie das "Wall Street Journal" (WSJ) berichtet, soll der Plan allerdings erst nach dem Krieg zum Tragen kommen. Auch Deutschland will sich an der Mission beteiligen. Berlin könnte seine Zusage bereits am Donnerstag bekannt geben.
Laut Analysten verfüge Europa über gut 150 Minenräumschiffe, während die USA in diesem Bereich fast alle Kapazitäten abgebaut hätten, berichtet das "WSJ". Erfahrungen im gemeinsamen Marine-Einsatz haben die Europäer bereits seit 2024 mit der EUNAVFOR-Operation Aspides zur Sicherung der Schiffsroute im Roten Meer vor Angriffen der pro-iranischen Houthi-Milizen gesammelt.
An dieser Operation ist auch das Österreichische Bundesheer mit zwei Offizieren beteiligt. Diese sind im Hauptquartier in Larisa, Griechenland, zur Unterstützung im Logistik- und Kommunikationsbereich eingesetzt.
Während dieser Mission, die laut EU rein defensiver Natur war, stellten Länder wie Frankreich, Italien, Deutschland und Griechenland im Rotationsverfahren Fregatten und Hubschrauber zur Verfügung, um Raketen- und Drohnenangriffe der Huthi abzuwehren. Die Verbündeten entsandten jeweils etwa drei Schiffe, um Fracht zu eskortieren und Aufklärungsflüge durchzuführen.
Macron und der britische Premierminister Keir Starmer wollen am Freitag ein Online-Treffen mit mehreren Dutzend Ländern veranstalten, um die künftige Überwachung der Meerenge zu erörtern. Starmer wird persönlich in Paris teilnehmen, die meisten anderen Länder sind per Videokonferenz zugeschaltet.
Die USA werden nicht an dem Treffen teilnehmen. China und Indien seien eingeladen worden, doch sei ihre Teilnahme noch unklar. Die internationale Koalition will sich offenbar mit den Anrainerstaaten der Meerenge, darunter Iran und Oman, abstimmen.
Innerhalb Europas herrscht allerdings noch Uneinigkeit über die Rolle der USA. Französische Diplomaten sind der Ansicht, dass jede Art von US-Beteiligung in Teheran auf Widerstand stoßen könnte. Britische Beamte befürchten hingegen, dass ein Ausschluss der Amerikaner Präsident Trump verärgern und den Umfang der Operation einschränken würde.
US-Präsident Donald Trump fordert seit Wochen, dass die europäischen Verbündeten Kriegsschiffe in den Golf entsenden. Diese befürchten jedoch, in den Konflikt hineingezogen zu werden. Trump sagte NATO-Generalsekretär Mark Rutte vergangene Woche, er erwarte mehr Engagement von Europa.