Der zu lebenslanger Haft verurteilte frühere bosnisch-serbische Militärchef Ratko Mladić ist in Den Haag gestorben, wie serbische Medien berichten. Offizielle Stellen haben den Tod bisher nicht bestätigt.
Der Ex-General hatte seit Monaten schwere gesundheitliche Probleme. Seine Familie und der serbische Staat hatten sich um eine Freilassung zur medizinischen Behandlung bemüht.
Mladić war von 1992 bis 1995 Chef des Generalstabs der Armee der Republika Srpska und befehligte während der Kriege in Kroatien sowie Bosnien und Herzegowina mehrere Militäroperationen.
2017 wurde er vom Haager Tribunal wegen Völkermordes und Verbrechen gegen die Menschlichkeit an Nicht-Serben während des Bosnienkrieges zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Urteil gegen Mladić wurde 2021 in letzter Instanz bestätigt.
Dabei wurde ihm unter anderem die Hauptverantwortung für das Massaker von Srebrenica im Juli 1995 zugerechnet. Rund 8.000 muslimische Männer und Jungen wurden damals ermordet. Das Massaker zählt zu den schwersten Kriegsverbrechen in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg.