Die brisante Causa hatte in Österreich für Schlagzeilen gesorgt: Bürgermeister Hannes Koza (VP) im Vösendorfer Schlosspark von einem Unbekannten attackiert!
Der angebliche Angriff soll im Dezember 2024 am Abend auf dem Heimweg vom Gemeindeamt im Vösendorfer Schlosspark passiert sein. Das hatte Koza, damals noch Bürgermeister, angegeben.
Doch der Angriff war nur vorgetäuscht! Koza soll sich – um die Attacke glaubwürdiger erscheinen zu lassen – selbst Kopf voran auf den Boden geworfen haben, ohne sich mit den Händen dabei abzustützen. Dabei trug er ein blaues Auge davon.
Am 20. März 2025 stand der inzwischen zurückgetretene Bürgermeister selbst vor Gericht – wegen falscher Beweisaussage und Vortäuschung einer mit Strafe bedrohten Handlung. Das Urteil: 9 Monate bedingte Haft (rechtskräftig).
In einem Schreiben an die Vösendorfer Bevölkerung lässt Koza nochmals die Vorfälle Revue passieren und findet emotionale Worte. "Welch Wahnsinn hat mich geritten?", beginnt er seinen doch ausführlichen Text. Es sei ihm "ein persönliches Anliegen, mich bei euch als Bürgermeister zu verabschieden". Im Vorfeld der Prügel-Causa sei er im Jahr 2024 insgesamt 19 Mal bei diversen Stellen angezeigt worden. "In den fünf Jahren als Bürgermeister erhielt ich ca. 35 Anzeigen. Alle diese waren völlig haltlos, entweder habe ich Recht bekommen, oder das Verfahren wurde eingestellt oder erst gar nicht ermittelt. Alles, was gegen mich gerichtet war, auch wenn es mit meinem Job als Bürgermeister nichts zu tun hatte, habe ich ertragen".
"Doch als der Zeitpunkt kam, als beim Schlossheurigen meiner Frau Daniela aufgrund anonymer Anzeigen diverser Behörden aufmarschierten, sie während des Geschäftsbetriebes als vermeintliche Verbrecherin vorgeführt, von der Polizei einvernommen und sogar medial denunziert wurde, waren für mich alle Grenzen überschritten."
Dann nimmt Koza konkret zum 10. Dezember 2024 Stellung: "Ich saß einsam und verlassen in meinem Büro, trank eine Flasche Wein und dachte an das, was mit meine Oma 2012 gesagt hat, als ich beschloss, in die Gemeindepolitik zu gehen. 'Mach das nicht, die vernichten dich und alles, was die lieb ist.' Ich dachte nur, so weit darf es nicht kommen, und es kam mir diese 'glorreiche Idee'. Ich hoffte, damit hätte es endlich ein Ende und die Angriffe gegen mich, meine Familie und mein Eigentum wären vorbei. Eine Kurzschlusshandlung, deren Auswirkungen ich nicht mehr bestimmen und aufhalten konnte."
"Es tut mir aufrichtig leid. Besser wäre es gewesen, alles hinzuschmeißen und sich zu denken 'Sucht euch einen anderen Trottel'. Es war nie mein Bestreben und mein Kalkül, euch zu veräppeln oder hinters Licht zu führen."
Nach vielen Gesprächen mit Psychotherapeuten und Psychoanalytikern sei ihm nun bewusst, "dass es rein menschlich war und ich keine Maschine bin. (...) Ich bin ein Mensch aus Fleisch und Blut, mit einem großen Herz, nicht der Hannes, der immer cool und lässig ist, und wenn man einen Wunsch hat, schreibt man ihm schnell und er hat zu funktionieren."
Er habe "immer aus Liebe zu unserer Gemeinde und zu den Bürgern gehandelt. (...) Ich habe einen Fehler gemacht, ich habe gelogen. Ich habe euch enttäuscht. Ich habe mein politisches Lebenswerk selbst aufgebaut und selbst zerstört. Darauf bin ich nicht stolz und es ist zugleich für mich die größte Strafe".
Dann heißt es weiter: "Die einen haben mich und den Erfolg als Windschatten genutzt, die anderen als Prellbock. Ohne zu polarisieren, wird man weder gehört noch wahrgenommen. Ich habe diese Rolle ein Jahrzehnt gerne innegehabt, bis es auch mir zu viel wurde. Jetzt sind andere dran. (Zu diesem Thema schreibe ich seit einiger Zeit an einem Buch, seid gespannt)."
Abschließend betont Koza in dem Schreiben und die Vösendorfer: "Mein einziges Bestreben war, Vösendorf in eine für mich richtige Richtung zu führen und euch ein sorgenfreies und schönes Leben in dieser Gemeinde zu ermöglichen. Leider bin ich an mir selbst unter tosendem Applaus von Freund und Feind gescheitert. Die schönste Aufgabe meines bisherigen Lebens war, euch, liebe Vösendorfer, zu dienen. Euer Hannes Koza."
Wir geht es politisch für ihn weiter? "Ich werde bei der kommenden Wahl nicht kandidieren. Selbstverständlich werde ich Birgit Petross und ihr Team unterstützen. Immerhin habe ich jeden einzelnen von ihnen in die Politik geholt, damit stehe ich auch voller Überzeugung zu ihnen, weil sie die beste Wahl für unser Vösendorf sind."
Zum Schluss richtet sich Koza noch an die Kinder in Vösendorf: "Auch von euch möchte ich mich verabschieden, es tut mir aufrichtig leid, wenn ihr enttäuscht von mir seid. Mit euch auf Augenhöhe zu arbeiten, war für mich die größte Freude (...). Das schönste Geschenk war eure ehrliche Herzlichkeit jedes Mal, wenn wir uns sahen."