Die USA könnten die Straße von Hormus gegen iranische Angriffe kaum militärisch sichern – davon ist ein früherer Top-Militär überzeugt. Der ehemalige Drei-Sterne-General S. Clinton Hinote, der unter Präsident George W. Bush Szenarien für einen möglichen Krieg gegen den Iran entwickelt hatte, äußert sich nun skeptisch zu den Plänen von Donald Trump.
"Die Blockade der Straße von Hormus ist ein Problem, das man allein mit militärischen Mitteln kaum lösen kann", sagte Hinote. "Unsere Eskorten der US-Marine würden einen sehr großen Teil der Angriffe auf ihre eigenen Schiffe und auf die Tanker abwehren. Aber ich habe Zweifel, dass unsere Leute einen hundertprozentigen Schutz gewährleisten können."
Wie n-tv.de unter Berufung auf den Spiegel berichtet, sieht der Ex-General massive praktische Probleme. Selbst wenn nur eine einzige Drohne durchkäme und ein Supertanker mitten in der Meerenge brenne, wäre die gesamte Route unpassierbar. Kein Schiffseigner würde seine Besatzung dieser Gefahr aussetzen.
Auch eine Eroberung des iranischen Ufers bezeichnete Hinote als "hochriskant". Eine solche Operation wäre enorm komplex – allein die Stadt Bandar Abbas auf iranischer Seite hat rund 700.000 Einwohner. "Wir wissen nicht, wie die lokale Bevölkerung auf unsere Soldaten reagieren würde", warnte der Militärexperte.
Dennoch gebe es einen Weg, die sichere Durchfahrt herzustellen: Man müsse das iranische Regime davon überzeugen, dass eine Blockade eine schlechte Idee sei. Dies versuche Trump nun offenbar, indem er drohe, die Ölterminals der strategisch wichtigen Insel Kharg zu bombardieren. Hinote zeigte sich allerdings skeptisch, ob diese Drohung die Machthaber in Teheran tatsächlich umstimmen werde.