Im Interview mit der spanischen TV-Sendung "Universo Calleja" spricht die frühere Weltranglistenerste offen über das Drama, das ihr Leben bis heute überschattet.
"Ich habe meinem Mann vertraut, weil er der Vater meiner Kinder war. Ich habe mich blind verliebt", erzählt Sánchez Vicario. "Doch er ist wirklich nicht der Mensch, für den ich ihn gehalten habe."
Nach eigenen Angaben spielte die ehemalige Tennis-Ikone im Laufe ihrer Karriere rund 36 Millionen Euro ein. Um ihre Finanzen habe sie sich jedoch nie selbst gekümmert.
"Ich habe mich ganz dem Tennisspielen gewidmet. Ich habe mich nie um diese Angelegenheiten gekümmert, weil ich nicht wusste, wie", erklärt sie.
Die Konsequenz sei dramatisch gewesen: "Mein ganzes Geld ist verschwunden."
Wo das Vermögen geblieben ist, könne sie bis heute nicht sagen.
Die finanziellen Probleme führten schließlich auch vor Gericht. 2023 musste sich Sánchez Vicario wegen Vermögensverschleierung verantworten. Nach eigenen Angaben entging sie einer Gefängnisstrafe nur durch eine Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft.
"Ich bin nicht ins Gefängnis gekommen, weil ich 50 Prozent meines Einkommens an die Bank abzahle", sagt die 54-Jährige.
Ihr Ex-Mann Josep Santacana wurde bereits 2024 wegen seiner Rolle bei der Vermögensverschiebung zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Die ehemalige Tennisspielerin beschreibt ihn als den Mann, dem sie ihr gesamtes Vertrauen geschenkt hatte – und der dieses Vertrauen missbraucht haben soll.
Das verlorene Vermögen wird Sánchez Vicario nach eigener Einschätzung wohl nie wiedersehen. Eine Therapie habe ihr geholfen, mit der Situation umzugehen.
"Ich habe mich damit abgefunden", sagt sie. "Es ist, als würde ich ganz von vorn anfangen, als hätte ich nie eine Tenniskarriere gehabt."
Dabei gehörte die Spanierin einst zur absoluten Weltspitze. Als größte Rivalin von Steffi Graf gewann sie vier Grand-Slam-Titel, holte 29 Turniersiege und stand siebenmal in einem Major-Finale der Deutschen gegenüber.