Ex mit Messer attackiert: Welser muss 13 Jahre in Haft

Nach dem Attentat suchte die Polizei nach Hinweisen.
Nach dem Attentat suchte die Polizei nach Hinweisen.laumat.at
Im Sommer vergangenen Jahres soll ein Welser versucht haben, seine Ex-Freundin im Stiegenhaus mit dem Messer umzubringen. Heute wurde er verurteilt.

Die Vorwürfe gegen den Angeklagten sind einfach nur schrecklich. Demnach soll der 22-jährige Alois M. in den frühen Morgenstunden des 17. August des vergangenen Jahres seine Ex-Freundin Chiara H. (zum damaligen Zeitpunkt 19 Jahre alt, jetzt 20) im Stiegenhaus ihres Wohnhauses in Wels abgepasst haben (wir berichteten).

Anschließend habe er (es gilt die Unschuldsvermutung) die Mutter seiner kleinen, gemeinsamen Tochter (4) in den Keller des Mehrparteienhauses gezerrt. Dort soll er dann mit einem Messer auf die Frau eingestochen und ihr mit dem Umbringen gedroht haben. Laut Staatsanwaltschaft hat er ihr einen Stich in den Hals versetzt. Wie sich bei der Verhandlung herausstellte, war die Welserin zu diesem Zeitpunkt erneut schwanger.

Da das Opfer aber laut schrie und sich heftig zur Wehr setzte, ergriff der Angreifer die Flucht. Als die Polizei zum Tatort kam, sei das Opfer am Boden gesessen, wurde von Passanten bereits erstversorgt

Motiv für die schreckliche Tat dürfte die Trennung des Paares gewesen sein. Die Cobra konnte den Beschuldigten schließlich in der Wohnung seines Vaters festnehmen. Die Tatwaffe, ein Klappmesser, lag in der Traun. Der Vater des Beschuldigten dürfte sie dort hineingeworfen haben.

Bei der Einvernahme soll der Welser noch gemeint haben, der Tod seiner Ex-Freundin wäre ihm egal gewesen. Er änderte in der Folge aber mehrmals seine Aussagen. Anfangs leugnete er die Tat, später legte er ein Geständnis ab. In U-Haft soller einen Selbstmordversuch verübt haben. Danach gab er an, sich an nichts mehr erinnern zu können.

Bei einer späteren Tat-Rekonstruktion machte er detaillierte Angaben über den Vorfall, sprach jedoch davon, dass er dem Opfer mit seinem Messer nur einen "Piekser" versetzt habe. 

Die junge Mutter hatte großes Glück

Das gerichtsmedizinische Gutachten sagt aber etwas ganz anderes. Der Stich war etwa acht Zentimeter tief und erfolgte bis zu den Knochen der Halswirbelsäule. Demnach hatte Chiara H. Glück, dass nicht ihre Halsschlagader verletzt wurde. Dann wäre sie vermutlich verblutet. 

Der Stich sei aus Wut, Trauer und Frustration erfolgt. Die schwangere Welserin hatte zu diesem Zeitpunkt auch schon einen neuen Lebenspartner.

Am Dienstag kurz vor 17 Uhr wurde dann in Wels das Urteil verkündet. Der Beschuldigte muss 13 Jahre ins Gefängnis – nicht rechtskräftig. 

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