Chad Essert (44) war über zwanzig Jahre hinweg in verantwortungsvollen Positionen tätig – zunächst als Lehrer, später als Polizeichef im US-Bundesstaat Ohio. Nun steht er im Mittelpunkt schwerer Missbrauchsvorwürfe.
Dem Amerikaner wird zur Last gelegt, eine damals Schutzbefohlene zwischen 2005 und 2010 insgesamt 56-mal genötigt und in 14 Fällen sexuell missbraucht zu haben. Das Opfer soll erst zwölf Jahre alt gewesen sein, als der Kontakt begann. Im Falle einer Verurteilung drohen Essert bis zu 280 Jahre Haft.
US-Medien berichten, dass Essert zum Tatzeitpunkt Lehrer am Scarlet Oaks Career Campus in Sharonville war. Später arbeitete er als Polizist an mehreren Dienststellen und wurde 2021 zum Polizeichef der Kleinstadt Bethel ernannt.
Essert fiel in seiner Polizeikarriere mehrfach negativ auf. So wurde er an mehreren Stationen suspendiert oder entlassen – etwa wegen Belästigung einer Kollegin oder Unstimmigkeiten bei Bewerbungen. Dennoch gelangte er immer wieder an neue Posten, bis er schließlich Polizeichef wurde.
Die Vergangenheit Esserts soll in Bethel offenbar nicht überprüft worden sein. Bürgermeister Dee Noble II. erklärte gegenüber dem Lokalsender WXIX: "Das ist eine sehr schwere Zeit für unser Dorf." Besonders für die anderen Polizisten bedeute die Situation großen Kummer.
Bis zum Beginn des Prozesses bleibt Essert im Gefängnis von Clermont County. Er könnte gegen eine Kaution von 500.000 Dollar freikommen, müsste dann aber seinen Pass abgeben und dürfte keine Waffen besitzen. Essert bestreitet die Vorwürfe und plädiert auf nicht schuldig.