In der Corona-Pandemie wanderten zahlreiche Beschäftigte ins Home-Office – und es hatte lange gedauert, doch schließlich hatten sich die Regierung und die Sozialpartner auch auf "einheitliche Spielregeln" durch ein eigenes Home-Office-Paket geeinigt. Doch nun lässt Ingrid Reischl, Leitende Sekretärin des ÖGB, aufhorchen: "Es ist ein sehr gutes Paket mit vielen wichtigen Regelungen, aber wie wir jetzt wissen, leider auch ein Paket mit einer versteckten Kostenfalle."
Die Falle liegt laut der Gewerkschafterin darin, dass "viele Menschen, die regelmäßig Homeoffice machen, oft auf ihren Kosten sitzenbleiben. Bevor man wie aktuell über eine Ausweitung des Pakets redet, muss diese Falle gelöst und beseitigt werden". Laut einer aktuellen vom Arbeits- und Wirtschaftsministerium beauftragten Studie sagen 7 von 10 Arbeitnehmer:innen, dass sie den Mehraufwand, der im Homeoffice entsteht, nur teilweise oder gar nicht bekommen.
"Das ist gerade in Zeiten von ausufernder Inflation den Betroffenen nicht zumutbar", so Reischl. "Wir wissen, dass gerade in Betrieben mit Betriebsrat die Menschen viel eher zu ihrem Kostenersatz für ihre Arbeit im Homeoffice kommen als in Betrieben, wo es keine Vertretung für die Beschäftigten gibt. Wir werden daher verstärkt großflächig informieren und auch versuchen, in noch mehr Unternehmen Betriebsräte zu gründen."
Weiter warten heißt es indes auf einen Geldbonus. Die Rede ist von versprochenen 60 Euro pro Kind im Monat. Eine Anfrage beim Sozialministerium klärt nun auf, warum die betroffenen Familien nach wie vor auf den versprochenen Bonus warten. Dabei handelt es sich nicht um eine Einmalzahlung, sondern um eine "strukturelle Hilfe", die automatisch überwiesen wird. Derzeit werde die Auszahlung durch die Bundesländer vorbereitet, heißt es gegenüber "Heute".