Mehrere Länder haben Impfungen mit den Dosen von AstraZeneca mittlerweile gestoppt, Österreich verimpft sie weiter. Vor dem Hintergrund eines Todesfalls und einer schweren Erkrankung nach einer Impfung, die laut Behörde nicht in Zusammenhang stehen, haben viele Sorgen und einige sogar Angst vor einer Corona-Impfung. "Ich habe ein ganz anderes Gefühl", sagt dagegen der Leiter der Infektionsabteilung der Klinik Favoriten Wien, Christoph Wenisch, in der ORF-"ZiB 2" bei Moderatorin Lou Lorenz-Dittlbacher am Donnerstagabend.
„"Ich würde mir den Impfstoff jederzeit selber geben"“
Der Infektiologe habe Daten aus Israel gesehen, da sei die Rede davon, "dass in 95 Prozent der Fälle die Übertragung verhindert wird". Wir hätten damit auch mit AstraZeneca ein Mittel, "um aus der Covid-Krise herauskommen" zu können, so Wenisch. Er nehme die Untersuchungen zu Nebenwirkungen zur Kenntnis und halte sich an die Empfehlungen, eine Angst vor der Impfung könne er aber nicht nachvollziehen. Im Gegenteil, Wenisch verteidigte AstraZeneca vehement: "Ich würde mir den Impfstoff jederzeit selber geben."
Zu den Mutationen des Virus sagte Wenisch: "Es schaut so aus als wären die Viren gekommen um zu bleiben." Feststellbar sei jedenfalls eine Änderung vor allem durch die britische Mutation, immer mehr Jüngere müsstena uf Intensivstationen behandelt werden. Alleine am Mittwoch seien in der Klinik Favoriten sechs junge Menschen aufgenommen worden, "der Älteste war so alt wie ich", so Wenisch. Man habe in der Pandemie aber dazugelernt – bei Impfung und Behandlung, aber auch mit der Nutzung der Schutzmaske und dem Verhindern von Todesfällen.
„"Der Kanzler hat immer gesagt es sei ein Marathon, da wären wir bei der Halbzeit"“
"Wir werden ihnen aber die Stirn bieten", sagte Wenisch zu den Viren und Mutationen. Die Frage sei aber, wann das Leben wieder "normal" werde. "Der Kanzler hat immer gesagt es sei ein Marathon, da wären wir bei der Halbzeit. Die zweite Hälfte ist immer anstrengender, aber ins Ziel werden wir schon kommen", so der Virus.-Experte. Auch für Lockerungen sah Wenisch aktuell wenig Spielraum: "Die kommen ganz sicher, aber nicht so schnell wie wir alle gerne hätten." Erst mit der steigenden Zahl der Impfungen wachse auch der Lockerungs-Spielraum.