Experte: "Öffnungen nicht für Anstiege verantwortlich!"

Ab dem 19. Mai fährt Österreich wieder hoch – auch die Gastronomie öffnet.
Ab dem 19. Mai fährt Österreich wieder hoch – auch die Gastronomie öffnet.picturedesk.com
Ab dem 19. Mai fährt Österreich wieder hoch. Droht durch die Öffnungen nun ein erneuter Anstieg der Zahlen? Public-Health-Experte Fidler sagt "Nein".

Mit Stand Montag hat Vorarlberg, welches als erstes Bundesland schon im April wieder hochfahren durfte, nun die bundesweit höchste 7-Tage-Inzidenz. Der Wert liegt aktuell bei 235 pro 100.000 Einwohnern. Viele sehen die Öffnungen – etwa der Gastronomie – als ausschlaggebend für diesen Anstieg.

Nicht so aber der Public-Health-Experte Armin Fidler. Im Puls24-Interview mit Alina Marzi erläutert jener, warum die Modellregion trotz des Anstiegs der Zahlen funktioniert und woher die Cluster in Vorarlberg kommen. Gleich zu Beginn stellt der Experte klar:

"Man darf nicht zum Schluss kommen, dass die Öffnungsschritte für diese Fallanstiege verantwortlich sind."

Zwei große Cluster

Es habe "zwei von einander unabhängige Bewegungen" gegeben. Zum einen habe es in der Kalenderwoche 11 in Vorarlberg eine Prävalenz der britischen Mutation von 60 Prozent gegeben, im Rest Österreichs aber schon 90 Prozent. Das Bundesland ist hier "drei bis vier Wochen hinten nachgehinkt". Dadurch seien auch die Zahlen in die Höhe geschnellt, da sich die ansteckendere Virusmutation erst etwas später weiter verbreitet hätte. Dies wurde "aber auch so vorausgesagt". 

Zum anderen habe es zwei große Custer gegeben, die weder aus dem Bereich Gastro, Sport noch Kultur kamen. Jene sind auf einen Kindergarten bzw. eine Party im Bregenzerwald und damit in Verbindung stehenden Quarantäne-Brüchen zurückzuführen, betont Fidler.

"Das Land hat dann sehr schnell und sehr aggressiv reagiert, mit regionalen Maßnahmen."

Der Anstieg habe rein Garnichts mit der Gastronomie zu tun, unterstreicht der Experte noch ein weiteres Mal.

Keine Ansteckung in Gastro

Angesichts der bevorstehenden Öffnungen müsse man sich demnach keine Sorgen um beispielsweise Ansteckungen in der Gastronomie machen. In Vorarlberg habe man laut AGES-Zahlen nämlich "null Evidenz, dass die Fälle aus der Gastronomie stammen".

Außerdem komme man ohne entsprechenden, negativen Corona-Nachweis nicht einmal in die Gastro-Betriebe hinein. An dieser Stelle erläutert der Public-Health-Experte, wie wichtig es eigentlich sei, die Gastronomie offen zu lassen (bzw. im Rest des Landes zu öffnen). Immerhin würden sich auf diese Weise viele Menschen testen lassen, die dies nicht machen würden, wenn sie den Test nicht für den Zutritt zu beispielsweise Restaurants bräuchten. 

Spital-Lage im Auge behalten

Weiters sei laut Fidler wichtig, bei dem Hochfahren Österreichs künftig nicht nur die Inzidenzzahlen im Auge zu behalten. Die Situation in den Spitälern müsse genau beobachtet werden. Bei Bedarf – sprich bei einem Anstieg der Zahl der Intensivpatienten – sollten dann umgehend Schritte eingeleitet werden. 

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