Coronavirus

Experte rät zu 3. Impfung – "Schutzwirkung lässt nach"

In Israel prescht man vor dem Winter mit der dritten Corona-Impfung vor. Auch in Österreich sollen "grundsätzlich alle Gruppen" zur Auffrischung.

Leo Stempfl
Teilen
Für viele wird es bald zum dritten Mal zur Corona-Impfung gehen.
Für viele wird es bald zum dritten Mal zur Corona-Impfung gehen.
ALEX HALADA / picturedesk.com

Im Herbst und Winter wird wieder mit einem Anstieg der Corona-Infektion gerechnet, denn ein Großteil des Lebens verlagert sich wieder in Innenräume. Das Nationale Impfgremium hat sich Daten aus den USA, England und Israel angesehen und kommt deswegen zum Schluss, dass es Sinn macht, sich die dritte Impfdosis abzuholen.

Ältere und Risikogruppen sollen schon nach sechs bis neun Monaten zum dritten Stich, alle anderen nach neun bis zwölf Monaten. Befolgt man diesen Rat in Israel etwa nicht, darf man gewisse Bereiche nicht mehr betreten oder dort nicht mehr arbeiten.

Schutzwirkung lässt nach

Markus Zeitlinger, Pharmakologe von der MedUni Wien, hält die Auffrischungsimpfung in der "ZiB 2" "grundsätzlich für alle Gruppen" sinnvoll. Denn mittlerweile gibt es hier aus anderen Ländern genug Daten. "Wir wissen, dass die Schutzwirkung nachlässt". Hat man kurz nach der zweiten Impfung etwa eine Schutzwirkung von bis zu 95 Prozent vor einem schweren Verlauf, sind es nach vier Monaten "nur" mehr rund 80 Prozent.

Die Zahl der Antikörper ist hier bereits um ein Viertel gesunken. Nach der dritten Impfung habe sich hingegen gezeigt, dass die Antikörperzahl auf einen noch höheren Wert ansteigt als nach der zweiten Impfung. Positiver Nebeneffekt: Die Chance auf einen Impfdurchbruch sinkt auf ein Zehntel im Vergleich zum Zustand als doppelt Geimpfter.

Apropos Nebeneffekt: "Wirklich schiefgehen kann nichts", so Zeitlinger zur Auffrischungsimpfung. Es könne aber sein, dass Nebenwirkungen wie Schüttelfrost gleich oder sogar stärker als bei der zweiten Impfung ausfallen.