Experte sagt im ORF "starke" Omikron-Welle im Jänner an

Epidemiologe Gerald Gartlehner in der ZIB2
Epidemiologe Gerald Gartlehner in der ZIB2Screenshot/ ORF
Der Epidemiologe Gerald Gartlehner von der Donau Uni Krems äußerte sich am Freitag in der "Zeit im Bild 2" zu den Corona-Regeln über die Feiertage.

Der Lockdown für Ungeimpfte wird während der Weihnachtsfeiertage teilweise aufgehoben – zu Weihnachten (24. bis 26.- Dezember) und zu Silvester (31. Dezember) macht der Lockdown eine kurze Pause. An diesen vier Tagen ist es dann auch für Nicht-Geimpfte erlaubt, an Treffen mich höchstens zehn Personen teilzunehmen.

 Neue Regeln für die Feiertage – Lockdown-Pause für alle

Für größere Gruppen von 11 bis 25 Personen bleibt die 2G-Pflicht aber weiterhin aufrecht. Lockerungen gibt es auch zu Silvester: die Corona-Sperrstunden-Regelung wird nämlich am 31. Dezember aufgehoben – es darf also zum Jahreswechsel wieder länger gefeiert werden.

Mückstein mahnt zu Vorsicht

Die Freude über die Lockerungen über Weihnachten und Silvester ist bei vielen Menschen natürlich groß, dennoch mahnt Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) zu Vorsicht – vor allem mit Blick auf Omikron. Die neue Variante des Coronavirus ist in Österreich auf dem Vormarsch und bereitet Experten Sorgen.

Der Epidemiologe Gerald Gartlehner von der Donau Uni Krems war am Freitag zu Gast in der "Zeit im Bild 2" und sprach mit Moderatorin Lou Lorenz-Dittlbacher über die aktuelle Corona-Lage in Österreich und offenbarte dabei auch, ob sich Österreich die bevorstehenden Lockerungen überhaupt leisten kann.

Die Erleichterungen über die Feiertage seien vor allem eine "Geste an die Ungeimpften", die auch notwendig seien. Aus epidemiologischer Sicht würden diese vier bis fünf Tage auch keinen großen Schaden anrichten. Dennoch sollten die Menschen weiterhin die Sicherheitsmaßnahmen beachten.

"Starke Omikron-Welle im Jänner"

Heißt im Klartext: Abstand halten, Testen und Händewaschen und nicht unbedingt in großen Gruppen zusammenkommen. Vor allem das Testen spiele eine wesentliche Rolle – und zwar auch für Geimpfte, die schon den 3. Stich haben. Es komme hier aber immer auf die Situation an, wenn etwa "Geboosterte" auf Risiko-Gruppen in der Familie treffen würden. Hier rät der Experte auf jeden Fall sich vorher testen zu lassen.

Als Moderatorin Lorenz-Dittlbacher von Gartlehner wissen wollte, ob sich Österreich angesichts der sinkenden Infektionszahlen gerade in einer Atempause befinde oder diese bereits wieder vorbei sei, antwortete der Experte: "Derzeit sind wir noch in einer Atempause. Aber alle Vorzeichen deuten darauf hin, dass wir im Jänner eine starke Omikron-Welle haben werden. Wir müssen jedenfalls davon ausgehen, dass sie kommt."

"3. Stich gegen Omikron"

Ob diese Welle noch stärkere Auswirkungen auf das gesellschaftliche Leben haben werde, könne man derzeit aber noch nicht sagen. Denn: "Wir wissen noch nicht, wie krankmachend Omikron ist und wie gut eine Impfung schützt." Man wisse nur, dass Omikron circa zwei bis drei Mal ansteckender als die Delta-Variante sei.

Doch was kann man tun, um sich vor Omikron zu schützen? "Der stärkste Hebel ist die dritte Impfung", stellt Gartlehner unmissverständlich klar. Der 3 Stich würde 50 bis 89 Prozent gegen eine symptomatische Infektion schützen. Personen, die nur zwei oder gar einen bzw. eine Erkrankung durchgemacht hätten, würden ein höheres Risiko haben zu erkranken.

"Werden wahrscheinlich Lockdown brauchen"

Dass eine fünfte Welle in Österreich kommen wird, davon ist der Experte jedenfalls überzeugt. Eine Verzögerung etwa in den Frühling "werden wir nicht schaffen." Man könne die Omikron-Welle – wenn überhaupt –  vielleicht um Tage oder maximal um Wochen verzögern. Aufzuhalten sei sie jedenfalls nicht. "Das werden wir nicht schaffen."

Kündigt sich also für Anfang 2022 bereits der nächste Lockdown an? "Das ist jetzt natürlich Spekulation, da es noch sehr viele unbekannte Variablen gibt. Aber wenn Sie mich jetzt fragen, würde ich wahrscheinlich sagen, die Wahrscheinlichkeit, dass wir einen neuen Lockdown im Jänner/ Februar brauchen, ist wahrscheinlich größer, als dass wir keinen brauchen",  erklärt Gartlehner in der "ZIB2".

Auf die Frage, ob man einen Urlaub einrechnen dürfe, antwortete der Experte: "Würde ich derzeit wahrscheinlich nicht, bis wir mehr über Omikron wissen."

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