Experte über Vorsätze: "Erfolg ist Kopfsache"

Mit dem Rauchen aufhören, sich gesünder ernähren, mehr Sport betreiben - wer kennt sie nicht, die guten Vorsätze rund um den Jahreswechsel. Wie aus einem guten Vorsatz wirklich ein neues Verhalten wird, weiß der Hirnforscher und Mentaltrainer Dr. Marcus Täuber. Der Weg zum Erfolg führt über das richtige Kopfkino. Täuber ist überzeugt: Wir wollen Dinge nicht zu wenig, sondern zu sehr!
Mit dem Rauchen aufhören, sich gesünder ernähren, mehr Sport betreiben – wer kennt sie nicht, die guten Vorsätze rund um den Jahreswechsel. Wie aus einem guten Vorsatz wirklich ein neues Verhalten wird, weiß der Hirnforscher und Mentaltrainer Dr. Marcus Täuber. „Der Weg zum Erfolg führt über das richtige Kopfkino.“ Täuber ist überzeugt: „Wir wollen Dinge nicht zu wenig, sondern zu sehr!“
„Die meisten Probleme gehen wir falsch an“, ist Tauber überzeugt. „Wir betrachten schlechte Gewohnheiten als eine Art Feind, den es mit Willenskraft zu besiegen gilt. Und geben diesem Feind in uns auch einen tierischen Doppelnamen: den inneren Schweinehund“, meint Tauber. „So paradox es klingen mag, wenn wir mit zu viel Willenskraft und Druck an die Sache gehen, sabotieren wir uns.

Sportler kennen dieses Phänomen sehr gut. Übermotivierte Athleten verkrampfen und bringen dann erst recht keine Spitzenleistung.“ Tauber ist überzeugt: Wir wollen Dinge nicht zu wenig, sondern zu sehr. Und wenn wir versagen, kommen Schuldgefühle auf. Dass dies der falsche Ansatz ist, beweist zum Beispiel eine Studie zum Thema Diät aus den USA. Darin zeigen Claire Adams und Mark Leary, dass Schuldgefühle beim Naschen die Wahrscheinlichkeit von weiteren Rückfallen nur erhöhen.

Aus der Trickkiste der Hirnforschung:

Was also sollen wir tun, um schlechte Gewohnheiten zu ändern? Wie z. B. mit Sport anfangen, sich gesünder ernähren oder mit dem Rauchen aufhören? „Ganz einfach: neue Gewohnheit anlegen und starken“, betont der Hirnforscher mit einem Lächeln, wohlweislich, dass dies eben nicht so einfach ist. „Beachten Sie diese drei Punkte, und Sie werden Vorsätze nachhaltig wahr machen“: 

1. Setzen Sie zu der neuen Gewohnheit einen neuen Reiz und halten Sie diese wie ein Ritual konstant. Dazu richten Sie Ihre Sportsachen rechtzeitig her, legen diese immer auf denselben, gut sichtbaren Platz, gehen immer zur selben Zeit sporteln, bringen sich immer in dieselbe Emotion (z.B. durch die immer gleiche Musik), beziehen andere Menschen mit ein (oder gehen idealerweise als Gruppe ins Workout) usw. Je öfter Sie dies auf die immer selbe Art wiederholen, desto stärker wird eine neue Gewohnheit daraus.

2. Ihr Gehirn braucht eine Belohnung. Da die innere Motivation erst nach 1 bis 2 Wochen kommt, muss diese zunächst von außen erfolgen. Belohnen Sie sich nach dem Sport. Das darf sogar eine Schokolade sein. Denn sobald Ihr Gehirn von selbst Glückshormone produziert, können Sie die Belohnung wieder weglassen.

3. Übertreiben Sie es zu Beginn nicht. Gewöhnen Sie sich langsam und schrittweise an das neue Verhalten. Wenn Sie im Fitnessstudio gleich Vollgas geben, treten rasch Ermüdung und Frustration ein. Sie empfinden es als zu anstrengend und geben wieder auf.

„. Alles was Sie sich vorstellen, möchte Ihr Gehirn gerne umsetzen“, erläutert Tauber. „Stellen Sie sich daher vor, wie Sie Sport machen, wie Sie an Fitness zu legen, wie Sie neues Wohlbefinden erlangen. Das beflügelt Ihre Motivation.“

Die Erfolgsformel: Vorstellungskraft wichtiger als Willenskraft

Im Zuge seiner Forschungsarbeit hat Tauber eine Erfolgsformel entwickelt, „in der stets die richtige Mischung aus Entspanntheit und Motivation zur jeweiligen Lösung führt. Dazu dürfen wir im Denken, Fühlen und Handeln weder zu wenig engagiert sein (Zustand des 'Untertonus' bzw. der Energielosigkeit) noch zu viel ‚wollen‘ (Zustand des 'Übertonus' bzw. der Anspannung). Besser als sich mit Willenskraft auf die Losung zu versteifen, ist es, sich die Losung vorzustellen", so der Hirnforscher. „Die Formel des Erfolgs ist verblüffend einfach: die Vorstellungskraft ist entscheidend, nicht die Willenskraft.“ In seinen Mentaltrainings zeigt er seinen Klienten, wie das funktioniert.

Lesen Sie weiter: So setzen und erreichen Sie Ihre Ziele für 2016!  

Tipps aus der Hirnforschung: So setzen und erreichen Sie Ihre Ziele für 2016!  

Erfolg ist Kopfsache. Ihr Gehirn ist Steuerzentrale für Ihren Körper, Ihr Verhalten und Ihr Wohlbefinden. Diese Anleitung aus der Trickkiste der Hirnforschung hilft Ihnen, Ziele richtig zu setzen und unerwünschte Gewohnheiten durch erwünschte Gewohnheiten zu ersetzen.

Auf Erfolg „programmieren“

Ihr Gehirn auf Erfolg zu „programmieren“, funktioniert wie bei einem Navigationssystem. Sie geben den Zielort – das Ergebnisziel – ein (z.B. Mödling) und folgen dann Schritt für Schritt Handlungsziele (z.B. bei der nächsten Kreuzung rechts). Meistens sind wir zu sehr im Ergebnisziel und vernachlässigen die Handlungsziele. Definieren Sie auch Schritt für Schritt Ihre Handlungsziele.


Die Kraft der Emotionen

Um sich zu motivieren, sollten Sie Ihre Ziele in Gefühle übersetzen. Was genau möchten Sie und warum? Welches Gefühl verbinden Sie damit? Spielen Sie Ihr Ziel mit allen Sinnen in Ihrem „Kopfkino“ durch. Entdecken Sie, wie es sich anfühlt das Ziel erreicht zu haben.


Gewohnheiten ändern

Hirnforscher haben entdeckt: Gewohnheiten entstehen, wenn wir wiederholt auf den selben Reiz in der gleichen Art und Weise reagieren. Mit anderen Worten: unerwünschte Gewohnheiten sind automatisierte Handlungsmuster. Eine Gewohnheit besteht aus Reiz (Auslöser der Gewohnheit), Routine (das eigentliche Verhalten) und Reaktion (Belohnung). Statt tiefsitzende alte Routinen zu bekämpfen, ist es effektiver NEUE GEWOHNHEITEN über neue Reize und Belohnung anzulegen. Sobald diese neue Gewohnheit stark genug ist, löst diese die alte Gewohnheit ab.

Sehen wir uns an dem Beispiel „mit Sport beginnen“ an, wie das geht!

-) Halten Sie Ihre Sportsachen immer an dem gleichen Ort bereit, trainieren Sie immer zur selben Zeit und bringen Sie sich immer in den selben positiven emotionalen Zustand (z.B. mit Musik). Sporteln Sie am besten auch gemeinsam mit andere Menschen: in der Gruppe geht es leichter, ein neues Verhalten umzusetzen.

-) Fangen Sie langsam an. Wenn Sie es gleich übertreiben, macht sich rasch Erschöpfung breit und Sie verlieren die Lust. Neue Gewohnheiten setzen sich am besten schrittweise fest.

-) Belohnen Sie sich nach dem Sport. So widersprüchlich das klingt: das kann sogar mit einem Stück Schokolade sein. Denn: nach 1 bis 2 Wochen kommt Ihre Motivation von innen. Dann können Sie die Belohnung ohnehin weglassen.
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