Experten: Corona-Spitalszahlen werden bald explodieren

Die Intensivstationen füllen sich bald wieder mit Corona-Patienten.
Die Intensivstationen füllen sich bald wieder mit Corona-Patienten.NIKOLAY DOYCHINOV / AFP / picturedesk.com
Die Corona-Prognosen sind düster. Eine Sommer-Welle rauscht mit voller Wucht durch Österreich – die Spitäler füllen sich rasant mit Covid-Patienten.

Am Montag stellte Molekularbiologe Ulrich Elling im "Heute"-Gespräch eine düstere Prognose. Noch in dieser Woche werde diese Woche würden die Corona-Zahlen "die 10.000er-Marke deutlich überschreiten". Zwei Tage später ist das schon Realität. 10.898 Neuinfektionen wurden am Mittwoch aus den Ministerien gemeldet.

Geht es nach Elling, kommt es jetzt noch schlimmer! "Nächste Woche dann das Doppelte", schätzt der Fachmann. Selbst wenn die Maskenpflicht wieder eingeführt würde, käme das nun zu spät. "Die Welle wird im Sommer einfach durchrauschen."

Mehr dazu in: Düstere Prognose – nächste Woche 20.000 Neuinfektionen

Auch Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) sprach am Mittwoch von einer Corona-Explosion: "10.000 bis 15.000 [tägliche Neuinfektionen] werden nicht der Peak sein. Wie weit das raufgeht, ist noch offen. Ich weiß es nicht, das traue ich mich nicht sagen".

Verdreifachung der Spitalszahlen

Die Zeichen stehen auf einen weiteren rasanten Anstieg. Getrieben wird der laut aktueller Einschätzung des Covid-Prognose-Konsortiums vom Dienstag durch die beiden neuen Virus-Varianten BA.4 und BA.5: "Aufgrund der zunehmenden Dominanz dieser Virusvarianten ist von einer beschleunigten Dynamik auszugehen".

Aus Wien und Salzburg sei bereits ein Anteil von 70 Prozent an den Gesamtinfektionen für die Kalenderwoche 24 (13. bis 19. Juni) gemeldet worden. Das soll sich auch bald auf die Auslastung der Spitäler auswirken.

Seit Anfang Juni steigt der Bettenbelag durch Corona-Patienten wieder kontinuierlich an. Derzeit befinden sich 653 mit dem Corona-Virus infizierte Personen in krankenhäuslicher Behandlung. Davon werden 50 auf Intensivstationen betreut.

Der große Sprung durch die jüngste Explosion der Neuinfektionen, steht aber erst noch bevor. Im Normalpflegebereich rechnen die Virus-Experten innerhalb der kommenden zwei Wochen mit einer Verdreifachung (!) der Patientenzahlen auf rund 1.800 Kranke. Im Intensivbereich steht demnach immerhin noch eine Verdopplung auf rund 100 Personen ins Haus.

Immer mehr Zufallsfunde

Das Prognose-Konsortium betont in seinem Bericht aber, dass die Hochrechnung der künftigen Belagszahlen nicht zwischen jene Patienten, die wegen Corona hospitalisiert werden und jenen, die ursprünglich eine andere Diagnose hatten, unterscheidet. Es werden also alle Corona-positiven Patienten gezählt, auch wenn die Infektion erst im Spital festgestellt wurde.

Seit der Dominanz der Omikron-Variante nehme der Anteil an Zufallsbefunden im Spitalsbelag zu, so die Experten. Bei rund 27 und 36 Prozent der Patienten sei nicht Covid die primäre Hospitalisierungsursache.

Ausblick auf Infektionslage

Für den letzten Prognosetag, den 6. Juli 2022, rechnen die Experten eine 7-Tages-Inzidenz im Bereich von 820 bis 1.400 Fällen – im Mittel 1.000 Fälle – je 100.000 Einwohner. Die geringste Inzidenz wird in Kärnten (350 bis 570) und die höchste Inzidenz in Wien (1.200 bis 2.100) erwartet.

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Johannes RauchCoronavirusCorona-MutationSpital

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