Experten haben günstige Gelsen-Prognose für den Sommer

Der kommende Sommer dürfte nicht von einem enorm hohen Gelsen-Aufkommen geprägt sein.
Der kommende Sommer dürfte nicht von einem enorm hohen Gelsen-Aufkommen geprägt sein.Kimmo Taskinen / Lehtikuva / picturedesk.com
Weil es bislang zu nass und kalt war, konnten sich Gelsen und weiterer Stechmücken in Österreich heuer noch nicht so zahlreich wie früher vermehren.

Die Wetterbedingungen dieses Frühjahres waren für die Stechmückenentwicklung deutlich ungünstiger als in vergangenen Jahren. Im Gegensatz zu früheren Jahren registriert der Stechmückenmonitor der Stadt Wien ein sehr geringes Aufkommen heimischer Gelsenarten.

Eine der wichtigsten Maßnahmen gegen die Gelsenplage ist es die Brutplätze dieser Insekten zu reduzieren. Eine öffentliche Grünfläche, ein privater Garten oder ein begrünter Balkon- überall dort können kleinste Wasseransammlungen wie in Topfuntersetzern, Abdeckplanen oder Regentonnen schon zu Brutstätten werden. "Wichtig ist regelmäßig das Wasser an diesen Stellen zu entfernen, sodass sich erst gar nicht Gelsen aus den Larven entwickeln können", meint Sabine Walser von der MA 24 – Landessanitätsdirektion und verweist auf die Infoseite der Stadt Wien, die wichtige Tipps zum Gelsenschutz gibt.

Überwachungsmodell entwickelt

Die Stadt Wien entwickelt gemeinsam mit der Veterinärmedizinischen Universität Wien derzeit ein Modell zur Überwachung des Stechmückenaufkommens in der Bundeshauptstadt. Seit nunmehr vier Jahren wird an verschiedenen Messstellen Stechmücken in der Zeit von Mai bis September durch die veterinärmedizinische Universität gesammelt und Daten wie Insektendichte, eine mögliche Virusbelastung, Temperaturentwicklung und Mückenart monatlich ausgewertet.

Bei der Auswahl der Messstellen wurden verschiedene städtische Lebensräume und Klimazonen berücksichtigt. Ziel ist es, damit möglichst früh die Entwicklung von virusbelasteten Populationen z.B.: mit dem West Nil Virus zu erkennen und das Übertragungsrisikos abzuschätzen. Ein frühzeitiges Signalisieren von neuen "invasiven Spezies" wie etwa der Tigermücke ist eine weitere wesentliche Aufgabe des Steckmücken Monitors.

Bisherige Analysen zeigen bereits Erfolge. So konnte in den Sommermonaten 2020 erstmalig einzelne Individuen der asiatischen Tigermücke (Aedes albopictus) nachgewiesen werden. Zusätzliche Messstellen in den Fundregionen wurden daher eingerichtet und Informationsmaterial gezielt entwickelt und verteilt.

Vermehrtes Auftreten in Europa

Die Tigermücke kommt ursprünglich aus dem asiatischen Raum, wo sie auch als Krankheitsüberträger etwa von Chikungunya-, oder Dengue-Viren bekannt ist und im Gegensatz zu heimischen Gelsenarten auch tagsüber aktiv ist. Derzeit besteht in Österreich kein Risiko sich anzustecken, da die Viren hier nicht endemisch auftreten und die Tigermücke nur über den Stich beim Menschen den Virus aufnehmen kann.

In Ländern mit hohem Vorkommen von Tigermücken wie Italien oder Frankreich, wurden bereits Krankheitsübertragungen dieser Erreger im Wege infizierter Reiserückkehrer beobachtet. Vorsicht ist jedenfalls geboten, da neben der heimischen Hausgelse auch die Tigermücke das West Nil Virus übertragen kann, welches sich mittlerweile im südosteuropäischen Raum etablieren konnte. "Daher und nicht zuletzt wegen ihres tagaktiven, angriffslustigen Stechverhaltens ist einer dauerhaften Etablierung entgegenzuwirken", heißt es in einer Aussendung der Stadt Wien. 

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