Expertin im "Heute"-Talk: Hätte Helm Bub (12) gerettet?

ÖAMTC OÖ Verkehrssicherheitsexpertin Petra Riener über Radhelme und die Sicherheit im Straßenverkehr.
ÖAMTC OÖ Verkehrssicherheitsexpertin Petra Riener über Radhelme und die Sicherheit im Straßenverkehr.ÖAMTC/iStock
Jener 12-Jährige, der bei einem Radunfall ums Leben gekommen ist, hatte keinen Helm auf. Wir stellen einer Verkehrsexpertin die entscheidende Frage.

Petra Riener (30) ist Verkehrssicherheits-Expertin beim ÖAMTC OÖ. "Heute" sprach mit ihr über das Thema Radhelm und Sicherheit, aus konkretem Anlass. Vergangenes Wochenende war in Sierning (Bez. Steyr-Land) ein 12-Jähriger bei einem schweren Radunfall ums Leben gekommen.

Der Bub war ohne Helm unterwegs gewesen, offenbar mit hoher Geschwindigkeit frontal gegen einen Baum gekracht. Er erlitt eine schwere Kopfverletzung. Wir berichteten. 

Doch hätte das Drama verhindert werden können, hätte der Bub einen Helm getragen? "Das ist schwierig zu beantworten. Dafür braucht es Sachverständige, die sich das ansehen bwz. rekonstruieren. Bis zur Vollendung des 12. Lebensalters gilt bei uns die Helmpflicht. Aber auch ganz unabhängig vom Alter sollte ein Radhelm getragen werden – um den Kopf bei schweren Stürzen zu schützen", sagt Riener.

"Auf Ski-Pisten hat sich das Helmtragen durchgesetzt"

Die Expertin beobachte häufig, dass bei Ausflügen Kinder zwar einen Helm tragen würden, die Erwachsenen aber darauf verzichten. "Es fängt bei der Vorbildwirkung der Eltern an, dass das Radhelm tragen etwas ganz selbstverständliches wird. Im Sommer ist man schnell verleitet keinen Helm aufzusetzen weil es heiß ist und eher stört. Aber auch da unbedingt darauf beharren, dass ein Helm getragen wird – selbst für nur kurze Strecken."

Unterschätzt werde auch oft die Geschwindigkeit, die man beim Radln besonders auf geraden und abschüssigen Strecken entwickelt. "Auf Ski-Pisten hat es sich mittlerweile durchgesetzt, dass man einen Helm trägt. Es gibt ja bereits schöne Modelle die toll ausschauen. Helm tragen kann auch cool sein", so Riener.

So trägt auch der Nachwuchs gern Helm

Die Expertin hat für Eltern auch einen Trick parat: gemeinsam mit dem Kind den Helm aussuchen. Wenn der Radhelm gefällt, dann setzt ihn der Nachwuchs auch automatisch lieber auf. Und: Am besten von einem Fachhändler beraten lassen. Der weiß, welcher Helm größentechnisch passt und richtig sitzt. 

Wichtig sei es den Radhelm auch passend einzustellen. "Denn wenn der Helm nicht fest sitzt, hat es einen ähnlichen Effekt, als hätte man erst gar keinen auf", erklärt die Expertin.

Tipps für das richtige Aufsetzen

Beim Aufsetzen darauf achten, dass die Bänder nicht verdreht sind und die seitlichen Riemen die Ohren wie bei einem Dreieck umschließen. Die Kinnriemen dürfen beim Schließen nicht auf dem Unterkieferknochen aufliegen, sondern unter dem Kinn. Der Abstand zwischen Riemen und Kinn sollte zwei Fingerbreit (Zeige- und Mittelfinger) sein. Auch wenn der Kinngurt nicht ganz eng anliegt und den Kopf schüttelt oder nach vorne neigt, sollte der Helm nicht verrutschen.

Übrigens auch Ellbogen- und Knieschoner können einen wichtigen Dienst tun und bei schweren Stürzen schützen.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch.
Nav-Account cru Time| Akt:
OberösterreichRadsportSicherheitUnfallÖAMTC

ThemaCreated with Sketch.Weiterlesen