Auch wenn andere Bundesländer dafür bekannter sind: Weinbau hat in Oberösterreich eine lange Tradition. Bis ins 17. Jahrhundert war er im Land fest verankert, ehe die Kleine Eiszeit den Rebkulturen zunehmend die Lebensgrundlage entzog. Zahlreiche Orts-, Haus-, und Flurnamen zeugen noch heute von der einstigen Bedeutung des Weinbaus.
Vor rund 30 Jahren läuteten erste Pioniere die Renaissance ein. Heute bewirtschaften die Betriebe bereits mehr als 100 Hektar Rebfläche. "Aus einer kleinen Nische ist eine dynamische und zunehmend erfolgreiche Sparte geworden", erklärt Agrarlandesrätin Michaela Langer-Weninger (ÖVP).
Große Vielfalt
Mit mehr als 70 verschiedenen angebauten Sorten ist die Wein-Vielfalt in Oberösterreich groß.
Bei den weißen Rebsorten dominieren Grüner Veltliner, Chardonnay, Sauvignon Blanc, Donauriesling und Gelber Muskateller. Bei den roten Trauben stellen Muscat Bleu, Zweigelt und Pinot Noir den größten Anteil.
Bitter: Die vergangenen sehr heißen und trockenen Monate haben den Winzerinnen und "einiges abverlangt", so die Politikerin. "Wir erwarten deshalb eine Erntemenge von rund 400.000 Litern – das sind etwa 20 Prozent weniger als der langjährige Durchschnitt von rund 500.000 Litern." Im Vergleich zu anderen Weinbauregionen Österreichs sind die Einbußen damit aber moderat.
Die gute Nachricht für Konsumenten: Der OÖ-Weinbauverband geht dennoch von keinem Preisanstieg aus. Man sei voraussichtlich "mit einem hellblauen Auge durch das Jahr mit viel zu wenig Niederschlag gekommen, heißt es auf "Heute"-Anfrage. Eine endgültige Bilanz könne man aber erst ziehen, wenn alles im Keller ist.