Die Trockenheit des heurigen Sommers trifft die Landwirtschaft hart. In Belgien ernten Bauern bei Lüttich derzeit nur noch Minikartoffeln, aus denen sich keine Pommes mehr schneiden lassen. Auch in Deutschland gibt es Probleme mit der Kartoffelgröße.
Nicht nur Erdäpfel sind betroffen. Salate und Möhren sind bereits im Preis gestiegen. Bei Gurken oder Paprika aus den Gewächshäusern fallen die Erträge ebenfalls geringer aus, da die hohen Temperaturen die Pflanzen stressen.
Der Bauernverband warnt vor teils massiven Ernteausfällen, wie der "Spiegel" berichtet. Bei Getreide seien es sieben Prozent weniger als im Vorjahr. Die Hitzewelle in der zweiten Junihälfte habe den Körnern geschadet, die genau in dieser Phase üblicherweise an Größe und Gewicht gewinnen.
Sogar beim Honig dürften die Preise steigen. Heiße und trockene Sommer setzen Bienenvölkern zu, weil sie ihre Stöcke stärker kühlen müssen. Es bleibt ihnen dann weniger Zeit, Nektar zu sammeln. Bei geschwächten Völkern wurden auch Hitzeschäden an Waben beobachtet - sie schmelzen sogar.
Besonders Tannenhonig könnte knapper werden. Imker müssen ihre Völker bereits mit Sirup oder Zuckerwasser füttern. Sie sorgen sich nun auch um die Winterbienen, die das Volk durch die kalte Jahreszeit bringen sollen.
Laut dem Biologen Martin Schädler vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung ist die Bodengesundheit entscheidend. Er empfiehlt mehr Zwischenfrüchte wie Lupine oder Winterraps, mehr wechselnde Pflanzensorten und weniger Monokulturen. Letztlich sieht er aber nur einen Ausweg: "Wir müssen sofort handeln und die Erderwärmung begrenzen."
Die Botschaft des Forschers an die Bauern ist deutlich: "Wer als Landwirt eine Partei wählt, die den Klimawandel abtut, schafft sich selbst ab."