Sieg im Sprint, Platz zwei im Großen Preis von Miami – Weltmeister Norris und sein McLaren-Rennstall meldeten sich am vergangenen Wochenende in Florida eindrucksvoll wieder zurück. Eigentlich könnte der Brite damit durchaus zufrieden sein. Doch der amtierende Weltmeister ließ derweil mit deutlichen Worten aufhorchen.
Der Brite nahm sich nämlich das aktuelle Formel-1-Regelwerk zur Brust. Seit dieser Saison kommt rund die Hälfte der Leistung der neuen Boliden durch einen E-Motor und eine Batterie. Das hat auch das Fahrverhalten der Piloten verändert: Anstelle Vollgas zu fahren, müssen die Piloten gerade auf langen Geraden frühzeitig vom Gas gehen, über eine Runde das Batteriemanagement im Auge haben. Die Formel 1 versuchte dies mit kurzzeitigen Regelanpassungen zu beheben, dies zeigte laut Norris aber kaum Wirkung.
"Es ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, aber es ist immer noch nicht das Level, das die Formel 1 haben sollte. Auch im Qualifying war es so: Wenn man Vollgas fährt wie in den letzten Jahren, wäre man dafür bestraft worden. Man sollte dafür nicht bestraft werden, aber trotzdem wird man es", erklärte Norris nach seinem zweiten Platz im Grand Prix von Miami.
Norris reiht sich jedenfalls in die Riege der Kritiker des neuen Reglements ein, gemeinsam mit Max Verstappen ist der amtierende Weltmeister wohl der prominenteste Pilot. Norris betonte dann, dass es aus der aktuellen Situation keinerlei Auswege gebe – außer einem. "Ich glaube nicht, dass man es beheben kann. Man muss die Batterie loswerden", so der Brite. Und fügte an: "Hoffentlich ist das in ein paar Jahren der Fall."