Die geplante Durchfahrtsperre für Touristen-Pkw in der Salzburger Innenstadt schlägt hohe Wellen. Denn betroffen wären nicht nur Besucher, auch viele Pendler fürchten jetzt um ihre tägliche Fahrt zur Arbeit.
Konkret geht es um Berufstätige aus dem Pongau, Pinzgau, Lungau und sogar aus Oberösterreich. Wer etwa aus Werfen, Unken oder Lochen entlang der Salzach pendelt, könnte ab Juli plötzlich vor einem Problem stehen.
Der Grund: Ihre Kennzeichen sind nicht von der geplanten Ausnahmeregelung umfasst. Während Autos mit Kennzeichen aus Salzburg Stadt und einigen angrenzenden Regionen weiterhin einfahren dürfen, drohen anderen saftige Strafen.
Die Kritik daran wird immer lauter. "Man dürfe nicht einfach das halbe Bundesland Salzburg aus der Innenstadt aussperren", sagt Manfred Sampl (ÖVP), Obmann des Salzburger Gemeindeverbands und Bürgermeister von St. Michael.
Auch aus Oberösterreich kommt scharfer Gegenwind. Verkehrslandesrat Günther Steinkellner (FPÖ) spricht von "entsetzlicher, kommunistisch-sozialistischer Verbotspolitik". Betroffen wären seiner Ansicht nach auch viele Pendler aus den Bezirken Vöcklabruck und Braunau.
In den sozialen Netzwerken machen Pendler ihrem Ärger bereits Luft. Viele sehen ihre tägliche Fahrt massiv erschwert.
Aus der Stadtpolitik kommt indes ein erster Beschwichtigungsversuch. Wer in der Salzburger Altstadt arbeitet, soll eine eigene Einfahrtsgenehmigung bekommen, erklärt Planungsstadträtin Anna Schiester (Grüne). Details dazu sollen bald folgen.