Zwei Schwestern mit auffällig geschwungenen Lippen und streng-gestraffter Stirn sollen gemeinsam über mehrere Jahre in der Wiener City eine illegale Schönheitsklinik betrieben haben – wir berichteten. Nun muss jene Schwester, die sich als Ärztin ausgegeben haben soll, wegen Betrugs und schwerer Körperverletzung in zahlreichen Fällen vor Gericht. Schon nächste Woche startet am 23. Juli der Prozess am Wiener Landl.
Der mutmaßlichen Fake-Beauty-Ärztin wird Untreue, schwerer gewerbsmäßiger Betrug, schwere Körperverletzung und Kurpfuscherei vorgeworfen. Top-Anwalt Rudi Mayer hatte die 45-Jährige nach kurzer U-Haft aus dem Gefängnis geboxt. Die Verdächtige setzte sich ins Ausland ab, stapfte auf Insta stolz mit Gucci-Stiefeln über teure Shoppingmeilen in Paris. Zu viel für die Justiz: Am 23. Mai wurde die Verdächtige in der französischen Hauptstadt per EU-Haftbefehl festgenommen.
Die Verdächtige sitzt nun in der Josefstadt ein, wartet auf den Prozess am 23. Juli 2026. Die Anklage hat es in sich: 89 teils schwer verpfuschte Opfer sowie die abgesondert verfolgte Schwester werden als Zeugen geladen. Die persisch-stämmige Deutsche muss sich auch wegen betrügerischer Krida verantworten, da sie Investoren, Geschäftspartner und Unternehmen um teils riesige Summen sowie die zahlreichen Kunden geschädigt haben soll – der Schaden liegt angeblich bei weit über 300.000 Euro.
Laut APA soll sie eine Kaution von 350.000 Euro angeboten haben, um aus der U-Haft freizukommen. Darüber wurde aber noch nicht entschieden. Die Fluchtgeschichte könnte aber dagegen sprechen, bis zu 10 Jahre Haft drohen. Für die Frau gilt die Unschuldsvermutung.