Leser

Familienvater in Wien wegen Corona-Infektion gefeuert

Ein 32-jähriger Wiener wurde positiv auf das Coronavirus getestet und musste sich in Quarantäne begeben. Sein Arbeitgeber kündigte ihn daraufhin.
Maxim Zdziarski
12.11.2021, 20:55

Es ist ein Corona-Schicksal, dass wohl jeden von uns treffen könnte. Ein 32-jähriger Familienvater von drei Kindern suchte nach den Lockdowns im letzten Jahr einen neuen Job als Lagerarbeiter. Nach der mühsamen Arbeitssuche bekam Mario (Name von der Redaktion geändert) aus Simmering endlich die Zusage von einer Speditionsfirma. Die finanzielle Lage der fünfköpfigen Familie schien sich langsam aber sicher zu bessern. Doch der Schein trog. 

Coronavirus im Kindergarten

Nach den ersten drei Wochen in der neuen Firma wurde im Kindergarten von Marios Tochter ein Corona-Fall bestätigt. Daraufhin ließ sich die gesamte Familie testen. Glücklicherweise blieben alle Tests negativ – bis auf einen, nämlich jener des Familienvaters. Obwohl er genesen und geimpft ist, gab es bei ihm offensichtlich einen Impf-Durchbruch. Der Wiener blieb bislang zwar symptomlos, in Isolation musste er aber trotzdem.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

"Ich befand mich gerade in der dritten Woche des Probemonats und musste leider in Quarantäne", berichtet Mario im "Heute"-Gespräch. Pflichtbewusst informierte er natürlich sofort seinen Arbeitgeber über die Umstände. Dieser hatte allerdings keinerlei Verständnis für die Situation und kündigte den 32-Jährigen eiskalt.

"Will Kindern schönes Leben bieten"

"In einem Monat ist Weihnachten und ich habe drei Kinder. Mit dem Job waren wir eigentlich auf der sicheren Seite und jetzt zerstört mir das Coronavirus wieder das Leben", erzählt sich der verzweifelte Wiener. Er selbst muss sich jetzt beim AMS melden, um zumindest die Fixkosten bezahlen zu können. "Ich will nicht arbeitslos sein, ich will ja arbeiten und meinen Kindern ein schönes Leben bieten. Aber so wie es gerade zugeht, ist das wirklich nicht mehr schön", ärgert sich Mario. 

Unterschied zwischen "Kündigung" und "Lösung"

"Heute"sprach mit einem Arbeitsrechtsexperten über den Schicksalsschlag des Simmeringers. Der stellte klar, dass es sich hierbei im rechtlichen Sinne nicht um eine "Kündigung", sondern um eine "Lösung der Probezeit" handeln würde.

"In der Coronazeit wurde ein Kollektivvertrag quer über alle Branchen vereinbart, dass aufgrund einer Corona-Erkrankung niemand gekündigt werden darf. Dies umfasst allerdings nur ein aufrechtes Dienstverhältnis, nicht aber die Probezeit", erklärt der Jurist.

Schräg, skurril, humorvoll, täglich neu! Das sind die lustigsten Leserfotos:

Leserreporter des Tages: 

Kurz gesagt: In Marios Fall verlief alles rechtens. Für den Familienvater ist das allerdings nur ein schwacher Trost. Er muss nun schauen, dass er schnellstmöglich einen neuen Job findet, damit Weihnachten in diesem Jahr nicht ins Wasser fällt. 

Mehr zum Thema