Kritik an Gaza-Krieg

Farb-Attacke auf Ministerin, Ex-Klimakleber gesteht

Die Farbattacke auf die Antisemitismus-Konferenz war ein Protest gegen den "Völkermord" in Gaza. Jetzt kommt raus: Der Täter ist ein Ex-Klima-Kleber.

Newsdesk Heute
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    Laut "Heute"-Infos versuchte ein Aktivist, Bundesministerin Edtstadler und weitere Teilnehmende der Konferenz mit roter Farbe zu attackieren. Die Polizei konnte die Attacke aber zum Glück rechtzeitig verhindern.
    Laut "Heute"-Infos versuchte ein Aktivist, Bundesministerin Edtstadler und weitere Teilnehmende der Konferenz mit roter Farbe zu attackieren. Die Polizei konnte die Attacke aber zum Glück rechtzeitig verhindern.
    Dieter Reinisch

    Auf Initiative von Verfassungsministerin Karoline Edtstadler (VP) findet aktuell bereits zum dritten Mal die Europäische Antisemitismus-Konferenz in Wien statt. Diese startete am Montag mit einem prekären Zwischenfall.

    Ein Aktivist soll versucht haben, die Bundesministerin und weitere Teilnehmende der Konferenz mit roter Farbe zu attackieren, wurde "Heute" mitgeteilt. Inmitten der symbolischen Blutlache postierte sich der Mann mit einem ebenso verschmierten Kartonschild. "Gebt Genozid keine Plattform", stand auf Englisch darauf.

    "Kunstblut vor die Füße von Karoline Edtstadler geleert"

    Jetzt kommt raus, wer der Kunstblut-Schmeißer ist: David S. (36). Dieser ist ein bekanntes Mitglied der "Letzten Generation", war zeitweise sogar deren Pressesprecher. Mittlerweile hat er den Sekundenkleber an den Nagel gehängt, um gegen den Gaza-Krieg zu demonstrieren. "Das abscheuliche Verbrechen der Hamas" an Israel rechtfertige keinen Völkermord, sagt er gegenüber dem "profil".

    Auf seinem Instagram-Profil outete sich der 36-Jährige schließlich auch selbst: "Ich habe heute Kunstblut vor die Füße von Karoline Edtstadler geleert, weil auch wir als Jüdinnen und Bürgerinnen dieses Landes eine Verantwortung haben". Sie direkt mit Farbe zu treffen, sei nicht sein Ziel gewesen.

    Er zählt auf: Das Gesundheitssystem in Gaza sei komplett zusammengebrochen. 14.000 Kinder seien im Kampf gegen die Hamas getötet worden. Und der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich wolle Genozid am palästinensischen Volk verüben.

    S., nach eigenen Angaben selbst Jude, schreibt, er könne nicht mehr zusehen wie Glaubensbrüder und Schwestern-, "die die rechtsextreme Netanjahu-Regierung kritisieren, genauso als Antisemiten abgestempelt" werden. Besonders Edtstadler mache sich hierbei schuldig, so der Aktivist zum "profil".

    Edtstadler: "Judenhass zeigt seine hässliche Fratze"

    Die angesprochene Ministerin hatte zuletzt auch in Österreich einen Anstieg "linken Antisemitismus'" verortet. Das Pendel sei "von rechts nach links ausgeschlagen", hatte Edtstadler erst am Freitag erklärt.

    "Rasches und professionelles Einschreiten"

    Über die Kunstblut-Attacke zeigte sich die israel-affine Ressortleiterin entsetzt: "Es ist beschämend, dass eine Konferenz in Österreich, die sich der internationalen Vernetzung im Kampf gegen Antisemitismus widmet, ohne Polizeischutz nicht mehr friktionsfrei abgehalten werden kann", sagte sie in einer ersten Reaktion.

    Verfassungsministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) ortet zunehmenden Antisemitismus von allen Seiten.
    Verfassungsministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) ortet zunehmenden Antisemitismus von allen Seiten.
    Martin Juen / SEPA.Media / picturedesk.com

    Edstadler weiter: "Letzte Woche beschmierte jüdische Geschäfte, heute Angriffe auf Teilnehmende einer Antisemitismuskonferenz – der Judenhass in Österreich zeigt seine hässliche Fratze am helllichten Tag. Seien Sie aber versichert: Das werden wir nicht akzeptieren".

    Haftstrafe droht

    S. wurde nach der Aktion wieder auf freien Fuß gesetzt, eine Anzeige wegen Beschmutzung und/oder Sachbeschädigung dürfte aber folgen. Auch so soll ihm die Justiz schon auf den Fersen sein: Wegen früherer Klebe-Proteste mit der Letzten Generation drohe ihm im Juni eine Haftstrafe, heißt es.

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      Denise Auer

      Auf den Punkt gebracht

      • Bei der European Conference on Antisemitism in Wien wurde Bundesministerin Edtstadler von einem Aktivisten mit roter Farbe attackiert, die Polizei konnte die Attacke jedoch rechtzeitig verhindern
      • Die Ministerin zeigte sich entsetzt über den Vorfall und betonte die Notwendigkeit von Polizeischutz bei Veranstaltungen, die sich dem Kampf gegen Antisemitismus widmen
      • Sie verurteilte den Vorfall als beschämend und betonte, dass solche Aktionen nicht akzeptiert werden
      red
      Akt.