Was hier jetzt beschädigt ist, wurde erst kürzlich um viel Geld erneuert. In der Nacht auf den 20. Jänner wurde die Fassade des Kärntnerring Hofs im ersten Bezirk großflächig mit roter Farbe beschmiert. Die helle Steinfront, frisch saniert und makellos, wurde zur Projektionsfläche eines politischen Protests.
Blutrote Farbschlieren zogen sich über mehrere Meter, Reste liefen bis auf den Gehsteig. An der Wand prangte der Schriftzug "Chubb drop Elbit". Alles deutet darauf hin, dass die Täter gezielt vorgingen – mit klarer Botschaft und hoher Symbolkraft.
Am Morgen nach der Tat wurde ein "Heute"-Redakteur auf den Vorfall aufmerksam. Vor dem Gebäude stand ein sichtlich geschockter Mitarbeiter des Hauses, der gerade die Polizei verständigte. Der Zustand der Fassade ließ keinen Zweifel daran, dass der Anschlag in der Nacht erfolgt war.
Wie hoch die Kosten für die Reinigung der frisch renovierten Fassade ausfallen, ist zunächst unklar. Die Polizei wurde von "Heute" kontaktiert, eine Stellungnahme lag bis Redaktionsschluss noch nicht vor.
Kurz nach Bekanntwerden des Anschlags tauchte auf Social Media ein Video auf, das die Tat zeigen soll. Zu sehen ist, wie rote Farbe gezielt auf die Fassade gesprüht wird. Der Clip wurde in aktivistischen Kanälen verbreitet und sorgte rasch für Aufsehen.
Nach Angaben aus dem Umfeld der Szene soll es sich bei den Tätern um Pro-Palästina-Aktivisten handeln. Hintergrund der Attacke dürfte der Versicherungskonzern Chubb sein, der in dem Gebäude Büros hat. Aktivisten werfen dem Unternehmen vor, den israelischen Rüstungshersteller Elbit Systems zu versichern.
"Der Fall wurde angezeigt", heißt gegenüber "Heute" es von der Polizei. Und weiter: "Das Landeskriminalamt Wien übernimmt die weiteren Ermittlungen. Auch das Landesamt Staatsschutz und Extremismusbekämpfung wurde aufgrund des Schriftzugs informiert. Weitere Ermittlungen sind im Gange."