Vor dem Shutdown pendelte er regelmäßig zwischen Wien und Berlin hin und her. Max Jörgen Jonasson hat in beiden Städten eine Wohnung. Die Corona-Reisebeschränkungen machen es dem schwedischen Staatsbürger nun unmöglich, nach Berlin zu kommen, wo er seit Wochen hin muss: "Ich habe einen großen Fehler gemacht: Ich reiste vor dem Shutdown nach Wien und habe nur mein Pass mitgenommen. Alle andere Unterlagen habe ich in Berlin liegen lassen", erzählt Jonasson.
Dem Wahl-Wiener fehlt ein Dokument, weshalb er nun in Wien festsitzt: "Laut Deutscher Bundespolizei darf ich ohne Meldebescheinigung nicht nach Deutschland reisen. Der Grund ist: Ich habe ein schwedisches Pass." Die erforderlichen Daten des rüstigen Rentners wären im Deutschen Melderegister abrufbar. Doch weder die Deutsche Botschaft in Wien, noch das Bürgeramt in Berlin konnten Jonasson helfen, die Unterlage zu bekommen.
Auf Anfrage teilte man dem Gestrandeten mit, er könne deshalb ja versuchen, "ohne Meldebescheinigung nach Deutschland zu kommen. Vielleicht könnte ich ja einen Beamten überreden, meinen Pass und die Daten des Melderegisters zu vergleichen. Das finde ich sehr merkwürdig!"
Wegen dieser bürokratischen Hürde könnte es deshalb noch bis Ende 2021 dauern, dass der Schwede das notwendige Dokument bekommen kann, weil sich die Gesetzeslage in Deutschland laufend ändere, erzählt er. "Man könnte theoretisch online übers Handy oder die Webseite auf alle Daten zugreifen, aber man darf es nicht. Es muss ein Papier von einem Bürgeramt sein", wundert er sich. "Was soll ich machen? Ich bin einen Rentner und habe kein Corona. Vielleicht muss man zuerst sterben. Als Sarg darf man nach Deutschland reisen!", ist Jonasson verzweifelt.