Ein neuer Vorwurf sorgt derzeit in Wien für Diskussionen: Mehrere Gäste berichten, dass in Lokalen plötzlich Posten doppelt auf der Rechnung erscheinen. Ein Gastro-Insider spricht sogar von einem "neuen Schmäh", mit dem Umsätze nachträglich erhöht werden sollen.
Dass der Job in der Gastronomie kein leichter ist, wissen viele. Arbeit an Wochenenden und Feiertagen, lange Schichten und manchmal schwierige Gäste gehören zum Alltag von Kellnern. Doch laut einigen Berichten könnte sich nun eine Praxis eingeschlichen haben, die für Ärger sorgt: Bestellungen sollen teilweise doppelt eingebucht und am Ende verrechnet werden.
"Den wenigsten fällt auf, dass die Rechnung plötzlich um 30 bis 40 Euro höher ist als erwartet, vor allem dann nicht, wenn alles zusammen bezahlt wird", erzählt ein Gastro-Insider im "Heute"-Talk. Die Preise in der Gastronomie seien ohnehin stark gestiegen – deshalb würden Gäste gar nicht mehr genau nachrechnen. Viele erklären sich das alles selbst mit den hohen Preisen.
Der Insider berichtet von einem Erlebnis am Wochenende in einem bekannten Restaurant in der Wiener Donaustadt. Dort sei ihm seine Bestellung gleich zweimal verrechnet worden. Als er den Fehler bemerkte und darauf hinwies, habe der Kellner genervt reagiert. "Keine Entschuldigung, nur ein trockener Seufzer", erzählt der Wiener. Doch er ist nicht der Einzige mit dieser Erfahrung.
Ein weiterer "Heute"-Leser berichtet von einem ähnlichen Vorfall in einer Cocktail-Bar in der Wiener Innenstadt. Er war mit acht Freunden dort, die gemeinsam an einem reservierten Tisch saßen. Entsprechend viel wurde bestellt – Getränke, Snacks und teilweise auch eine zweite Runde.
Als die Gruppe später zusammen rund 200 Euro bezahlte, wunderte sich zunächst niemand über die Höhe der Rechnung. Erst später, als einer der Freunde die Rechnung in der WhatsApp-Gruppe teilte, fiel der Fehler auf: Drei Cocktails standen auf der Rechnung, die niemand bestellt hatte. "Natürlich war es da schon zu spät", erzählt der Leser. Die Gruppe versuchte daraufhin, den Barbetreiber über Instagram zu kontaktieren – eine Antwort habe es jedoch nie gegeben.
Zunächst gingen die Betroffenen davon aus, dass es sich einfach um ein Versehen gehandelt haben könnte. "Fehler passieren", sagt der Leser. Doch mittlerweile hätten sie von ähnlichen Erlebnissen in ihrem Umfeld mehrmals gehört. Ob tatsächlich eine neue Masche dahintersteckt oder es sich nur um Einzelfälle handelt, ist unklar. Klar ist jedoch: Ein genauer Blick auf die Rechnung kann sich derzeit besonders lohnen.