Mit einer Undercover-Recherche im New Yorker Playboy Club gelang ihr in den 1960er-Jahren der journalistische Durchbruch. Später wurde Gloria Steinem zu einer der bekanntesten Frauenrechtlerinnen der USA. Nun ist sie im Alter von 92 Jahren in New York gestorben.
Wie ihre Stiftung bekannt gab, starb Steinem im Alter von 92 Jahren. Über Jahrzehnte hatte sie sich für die Rechte von Frauen eingesetzt und dabei auch das öffentliche Bild des Feminismus entscheidend geprägt.
Für großes Aufsehen sorgte Steinem bereits 1963 mit ihrer Reportage "A Bunny’s Tale" für das "Show"-Magazin. Dafür arbeitete sie verdeckt als Kellnerin im Playboy Club in New York.
Steinem schlüpfte in die Rolle eines sogenannten Playboy Bunnys – mit blauem Satin-Korsett, Fliege und Hasenohren. In ihrem Artikel machte sie die erniedrigenden Arbeitsbedingungen der Frauen in dem Club öffentlich.
Die Reportage verschaffte ihr große Aufmerksamkeit. In den folgenden Jahren machte sich Steinem nicht nur als Journalistin einen Namen, sondern wurde zunehmend auch als feministische Aktivistin bekannt.
1968 gehörte Steinem zu den Gründungsredakteuren des "New York Magazine" und arbeitete dort als politische Kolumnistin. Ein Jahr später festigte sie mit ihrem Artikel "After Black Power, Women’s Liberation" ihren Status als prominente Stimme der Frauenbewegung.
1971 war sie an der Gründung des feministischen Magazins "Ms." beteiligt. Zunächst erschien es als Beilage des "New York Magazine", ehe daraus im folgenden Jahr ein eigenständiges Magazin wurde.
1976 rückte "Ms." als erste landesweit erscheinende Publikation häusliche Gewalt auf einem Cover in den Mittelpunkt.
Steinem wurde zu einer führenden Aktivistin im Kampf für die Legalisierung von Abtreibungen und für die Gleichstellung von Frauen am Arbeitsplatz. Außerdem engagierte sie sich gegen Kindesmissbrauch und für weitere gesellschaftspolitische Anliegen.
Ihr Engagement blieb dabei nicht ohne Kontroversen. Dennoch wurde Steinem über Jahrzehnte zu einer der prägendsten Persönlichkeiten der amerikanischen Frauenbewegung.
Eine der höchsten Auszeichnungen der USA erhielt sie im Alter von 79 Jahren: Der damalige US-Präsident Barack Obama verlieh ihr die Presidential Medal of Freedom.