Life

Festgeschnallte Frauen kommen für die Forschung

Heute Redaktion
13.09.2021, 22:53

Was geschieht während des Orgasmus im Gehirn? Um das zu klären, schickten US-Forscher zehn Frauen ins MRT, wo diese Hand an sich selbst legen mussten.

Zehn Frauen legen sich nacheinander in den Magnetresonanztomografen (MRT) und kommen zum Höhepunkt – einmal mithilfe ihrer Hand, einmal durch Zuwendung ihres Partners. Ihr Kopf ist dabei die ganze Zeit fixiert (siehe Box).

Was sich für die meisten Frauen nach einem Albtraum anhört, war der Versuchsaufbau einer von Forschern um Nan Wise von der Rutgers University im US-Bundesstaat New Jersey durchgeführten Studie, die aufdecken sollte, was kurz vor, während und nach dem Orgasmus im weiblichen Gehirn geschieht.

Bisheriges Wissen widerlegt

Der Plan der Forscher ging auf, wie im "Journal of Sexual Medicine" nachzulesen ist. Die gewonnenen Daten zeigten, dass Frauen – anders als bisher von der Wissenschaft angenommen – nicht erst abschalten müssen, um überhaupt zum Höhepunkt zu kommen.

Vielmehr zeigten die neuen Bilder, dass die Gehirnaktivität in den Regionen, die für Bewegung, Sinne, Gedächtnis und Emotionen zuständig sind, in gleichem Maße zunimmt wie auch die sexuelle Erregung der Frau. Erst danach flaut sie wieder ab.

Darum wurde der Kopf fixiert

Das Festschnallen des Kopfes verhinderte, dass dieser beim Kommen zuckt und sich bewegt. Denn dann wären die Hirn-Scans unscharf und damit unbrauchbar geworden. Die Spezialvorichtung dokumentierte alle 20 Sekunden die Gehirnaktivität der Probandinnen.

Reizung stillt den Schmerz

Weiter konnten die Forscher klären, warum Frauen beim Orgasmus besonders schmerzunempfindlich sind: So führte die Reizung der Geschlechtsorgane vor allem zu einer Aktivierung jener Hirnareale in Hirnstamm und Mittelhirn, die an der Schmerzregulation beteiligt sind.

Wise und ihre Kollegen vermuten, dass dieser Umstand evolutionär bedingt ist und eher für die letzte Phase einer natürlichen Geburt eine Rolle spielt, wenn die weiblichen Geschlechtsorgane besonders stark beansprucht werden. So könnte der Schmerz in Schach gehalten werden.

Die Mitglieder der Girlband ADAM singen ihren Song "Go to Go" – und kommen gleichzeitig. (Video: YouTube/Adam) (fee)

Jetzt E-Paper lesen