Ein tragischer Traktorunfall erschütterte am Dienstag die Vorarlberger Gemeinde Satteins. Ein Vater war bereits am Vormittag mit seinen beiden Töchtern auf einem Wiesengelände im abgelegenen Bereich Zwischentobel unterwegs. Aus bisher ungeklärter Ursache geriet das Gespann ins Rutschen, verlor den Halt und überschlug sich.
Für den Mann und seine sechsjährige Tochter kam jede Hilfe zu spät. Beide erlagen noch an der Unfallstelle ihren schweren Verletzungen. Auch die vierjährige Schwester wurde verletzt, sie befand sich zum Unfallzeitpunkt im Kindersitz auf dem Traktor. Nach der Erstversorgung flog sie der Rettungshubschrauber in das Landeskrankenhaus Feldkirch.
Besonders tragisch: Das Unglück blieb lange Zeit unentdeckt. Als ihr Ehemann und die beiden Kinder über Stunden nicht nach Hause zurückkehrten, machte sich die Mutter auf die Suche. Dabei entdeckte sie die Unfallstelle und setzte sofort den Notruf ab.
Nach der Alarmierung rückte ein Großaufgebot aus. Neben Rettung und Notarzthubschrauber standen die Feuerwehren Satteins und Frastanz, die Bergrettung sowie mehrere Polizeistreifen im Einsatz. Auch eine Drohne und der Polizeihubschrauber "Libelle" wurden angefordert.
Ein Kriseninterventionsteam kümmerte sich um die Angehörigen und die Einsatzkräfte. Wie es zu dem tödlichen Unfall kommen konnte, ist noch unklar. Die Polizei ermittelt.
Die Feuerwehr Satteins veröffentlichte nach dem Einsatz eine bewegende Trauerbotschaft. "Es gibt Einsätze, die uns als Retter an unsere Grenzen bringen – und es gibt Momente, die uns mitten ins Herz treffen und sprachlos zurücklassen", heißt es darin.
Gemeinsam mit dem Team des Rettungshubschraubers und der Polizei habe man alles gegeben und versucht, den Verunglückten zu helfen. "Doch leider müssen auch wir schmerzhaft erkennen, dass wir nicht immer helfen können."
Die Tragödie traf die Feuerwehrleute auch persönlich. Mehrere Mitglieder hatten demnach ein enges persönliches Naheverhältnis zu den Opfern. Sie seien deshalb nicht nur an fachliche, sondern vor allem an emotionale Grenzen gestoßen.
In dieser schwierigen Situation übernahm die ebenfalls alarmierte Feuerwehr Frastanz die Bergung. Dafür bedankten sich die Einsatzkräfte aus Satteins ausdrücklich bei ihren Kollegen.
"Wir stehen fassungslos vor diesem Verlust. Unsere Gedanken, unsere Gebete und unser ganzes Mitgefühl gehören der Familie, den Angehörigen und allen Freunden. Wir wünschen euch allen für die kommende Zeit des Abschieds und der Trauer unendlich viel Kraft und gegenseitigen Halt", schreibt die Feuerwehr.