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Fieser GIS-Kontrolleur stellt Wiener (33) teure Falle

Ein GIS-Kontrolleur soll einen Wiener mit einem fiesen Trick reingelegt haben. Seine Unterschrift wird den Betroffenen nun wohl 85 Euro kosten. 

Maxim Zdziarski
Die GIS-Kontrolle im Gemeindebau hatte ein bitteres Nachspiel für Krastyu (33, li.).
Die GIS-Kontrolle im Gemeindebau hatte ein bitteres Nachspiel für Krastyu (33, li.).
Google Maps / Leserreporter

Vor einigen Tagen bekam Gemeindebau-Bewohner Krastyu einen unerwarteten Besuch. Auf seiner Fußmatte in der Wiener Landstraße stand nämlich ein GIS-Kontrolleur und erkundigte sich über Empfangsgeräte in der Wohnung. Der 33-Jährige beteuerte jedoch, keinen Rundfunk zu empfangen. "Daraufhin wollte der Mann eine Unterschrift von mir, die die Richtigkeit meiner Angaben bestätigen würde", erzählt Krastyu im "Heute"-Gespräch. Er selbst habe mehrmals nachgefragt, was er da genau unterschreiben würde – die Antwort war immer dieselbe: keine Rundfunkgeräte im Haus.

Falsche Info führte zur Anmeldung

Ruhigen Gewissens unterschrieb der Wiener auf dem Tablet des GIS-Mitarbeiters und ging davon aus, dass die Angelegenheit nun erledigt wäre. Doch da lag er falsch. Wenige Tage später landete eine Zahlungsaufforderung der GIS in seinem Postkasten. Kostenpunkt: knapp 85 Euro.

"Das ist eine absolute Frechheit, wie mich der Kontrolleur angelogen und abgezockt hat", wütet Krastyu gegenüber "Heute". Ein Anruf bei der GIS-Hotline brachte ebenfalls wenig Erfolg. Dort erklärte man ihm, er habe mit seiner Unterschrift bestätigt, Rundfunkempfangsgeräte zu Hause zu haben, also müsse er jetzt auch dafür bezahlen. Zudem verwies man ihn auf die Polizei, wenn er sich beschweren wolle. "Das werde ich nun auch tun", so der 33-Jährige abschließend. Einziger Lichtblick in der ärgerlichen Causa: statt den 85 Euro soll er nur knapp 30 bezahlen. 

GIS steht vor dem Aus

Die GIS ist in ihrer jetzigen Form laut einer Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs (VfGH) ab 2024 unzulässig. Bislang bezahlte man für Radio und TV-Empfang, Streaming war jedoch gratis – doch damit ist jetzt Schluss. Wie "Heute" weiß, liegen drei mögliche Varianten der "GIS-Neu" auf dem Tisch. 

1
Jeder Haushalt zahlt

Die Haushaltsabgabe würde bdeuten, dass jeder Haushalt in Österreich 18 Euro monatlich bezahlt - unabhängig von den Empfangsgeräten. 

2
Gebühr für alle Geräte

Hierbei würde die die GIS auf alle Geräte erweitert werden. Bedeutet: Nicht nur TV-Geräte und Radios, sondern auch Geräte mit Internetzugang (Handys, Computer) würden unter die Gebühr fallen. 

3
Finanzierung aus dem Budget

Eine Budgetfinanzierung wäre zwar eine unauffälligere Variante als die GIS, es besteht jedoch die Sorge vor einer zu großen politischen Einflussnahme. Die Geldflüsse könnten nämlich bei ungewollter Berichterstattung eingeschränkt werden. 

Um den ORF-Finanzierung von den jeweiligen Regierung unabhängig zu machen, müsste man die Gebühr indexieren, also automatisch einheben und an die Teuerungen anpassen. Der Beitrag wäre also gesetzlich festgeschrieben, müsste jedoch mit einer Zweidrittelmehrheit im Nationalrat abgesichert werden. 

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