Besonders dramatisch ist die Lage in der Region rund um Madrid. Dort wüten gleich drei große Waldbrände. Nach Angaben der Behörden mussten mehr als 56.500 Menschen ihre Häuser verlassen, weitere 27.797 Bewohner wurden vorsorglich aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben. Auch in den Regionen Ávila, Toledo und Valencia gab es Evakuierungen. Die spanische Regierung erklärte die betroffenen Gebiete inzwischen zu Katastrophenzonen.
"Es ist eine höllische Situation", so beschrieb Madrids Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso die betroffenen Gebiete bei einem Besuch der Katastrophenzone mit Premierminister Pedro Sánchez. Sánchez warnt vor weiteren schwierigen Tagen, jedoch zeigt er sich auch ein wenig optimistisch. Es sei "Langsam ein Licht am Ende des Tunnels zu sehen", meint er, aber die nächsten Stunden werden entscheidend sein wie sich der Verlauf entwickelt.
In der bereits betroffenen Region werden für nächste Woche bis zu 38 Grad prognostiziert. Die Behörden befürchten deshalb, dass die Hitze und der Wind den Brand ausbreiten könnten. Für Spaniens Hauptstadt wurde deshalb eine rote Wetterwarnung ausgerufen. Das momentane Ziel der Einsatzkräfte ist es die Brandherde unter Kontrolle zu halten und ein erneutes Aufflammen der Brände zu verhindern.
Nach Angaben der spanischen Umweltministerin Sara Aagesen wurden bereits rund 77.000 Hektar Land von den Flammen zerstört. Allein der Großbrand in der Region Ávila gilt als einer der größten Waldbrände der jüngeren spanischen Geschichte.
Für die Betroffenen ist die Belastung enorm. Viele wissen nicht, wann sie in ihre Häuser zurückkehren können. Psychologen berichten von wachsender Angst und Unsicherheit in den Notunterkünften. Mit jedem weiteren Tag steige die Sorge der Menschen, ob sie ihr Zuhause unversehrt wiedersehen werden.