Spaniens König Felipe VI. machte sich am Sonntag in der Gemeinde Villamanta nahe Madrid selbst ein Bild von der Lage. Gemeinsam mit Königin Letizia besuchte er Menschen, die vor den Flammen fliehen mussten.
Die Betroffenen hätten "viel" verloren, sagte der Monarch. "Gemeinsam haben wir ein Naturerbe von unschätzbarem Wert verloren." Trotz der dramatischen Lage sehe er aber auch "positive" Entwicklungen bei der Bekämpfung der Feuer.
Auch Spaniens Fußball-Teamchef Luis de la Fuente besuchte Vertriebene und sprach ihnen Mut zu. "Ich denke, wir alle müssen in diesen schwierigen, tragischen Momenten alles in unserer Kraft Stehende tun, um zu helfen", sagte der Weltmeister-Trainer. Die Betroffenen hätten "die Unterstützung von ganz Spanien".
Allein in Spanien mussten inzwischen rund 75.000 Menschen wegen der Brände ihre Häuser verlassen. Besonders betroffen sind die Region rund um Madrid sowie die Gegend nahe Valencia. Starker Wind erschwert die Löscharbeiten zusätzlich. Löschflugzeuge aus Italien und Portugal unterstützen die Einsatzkräfte.
Die spanische Umweltministerin Sara Aagesen sprach vom "größten Waldbrand in der jüngeren Geschichte unseres Landes". Insgesamt seien bereits rund 77.000 Hektar Land betroffen.
Papst Leo XIV. bekundete am Sonntag seine Solidarität mit allen Opfern der "verheerenden" Brände in Spanien und Frankreich. Er rief dazu auf, für die Betroffenen und die Einsatzkräfte zu beten. Unterdessen kündigte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron für Montag eine Krisensitzung mit den zuständigen Ministern an. Die Behörden hoffen, die Feuer in den kommenden Tagen unter Kontrolle bringen zu können.
Auch im Nachbarland Frankreich bleibt die Lage dramatisch. Rund 250.000 Menschen mussten dort ihre Häuser verlassen. Besonders betroffen ist die Region rund um Bordeaux, wo bereits mindestens 240 Häuser zerstört wurden. Die Flammen kamen zeitweise bis auf 15 Kilometer an die Millionenstadt Bordeaux heran. Präfektin Sophie Brocas rief Touristen deshalb auf, die Region derzeit zu meiden und andere Reiseziele zu wählen.
Feuerwehrsprecher Eric Brocardi sprach von einem "David-gegen-Goliath-Szenario". Der Großbrand habe eine riesige Feuerwolke erzeugt, die eigene Winde entwickle und sogar neue Brände auslösen könne.