Seit dem Ausbruch der Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo sind mittlerweile mehr als 3.000 Infektionen gezählt worden. Von den 3.075 bestätigten Erkrankten sind 1.354 ums Leben gekommen, wie offizielle Zahlen zeigen, die am Sonntag veröffentlicht wurden. Innerhalb von nur zehn Tagen sind rund 1.000 neue Fälle dazugekommen.
Der Ausbruch, der am 15. Mai gemeldet wurde, betrifft mittlerweile fünf Provinzen im Osten des zentralafrikanischen Landes, das seit Jahrzehnten von Gewalt erschüttert wird. Fast 90 Prozent aller Fälle wurden laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) in der nordöstlichen Provinz Ituri festgestellt, an der Grenze zu Uganda und dem Südsudan.
Die Behörden führen den starken Anstieg der Fallzahlen zum Teil auf eine bessere Erkennung und mehr durchgeführte Tests zurück. Fachleute meinen, dass die Epidemie noch mehrere Monate andauern könnte. In einigen Krankenhäusern erschweren Streiks von Beschäftigten im Gesundheitswesen wegen ausstehender Gehälter den Kampf gegen die Krankheit.
Es ist bereits der 17. Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo. Verantwortlich dafür ist diesmal die seltene Bundibugyo-Variante des Virus. Gegen diese gibt es bisher weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine gezielte Behandlung.
Wissenschaftler tüfteln an mehreren Impfstoffen und Medikamenten gegen diese Virusvariante. Laut der Universität Oxford hat ein erster Freiwilliger einen experimentellen Impfstoff bekommen, der speziell gegen die Bundibugyo-Variante wirken soll. Weitere Impfstoffkandidaten werden jetzt schneller in klinischen Studien getestet, dazu werden auch zwei mögliche Therapien entwickelt.
Ebola wird durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten von Infizierten übertragen und kann schweres hämorrhagisches Fieber auslösen. In den letzten 50 Jahren sind in Afrika mehr als 15.000 Menschen an der Krankheit gestorben.